Und doch: Die gute alte Bebop-Magic funktioniert immer noch - vorausgesetzt die Musiker sind danach.

Und daran gab es im Sauschdall überhaupt nichts auszusetzen. Das JazzZone Trio mit Tilman Günther am Piano, Peter Bockius am Bass ist nicht nur wegen des einheimischen Schlagzeugers Peter Gruber in Ulm bestens bekannt. Die Liste derer, mit denen sie gespielt haben, ist lang und qualitativ hochwertig. Zusammengefasst: Die können's. Peter Gruber ist ein unauffälliger, zuverlässiger Backbeat-Lieferant, Tilman Günther ein erstklassiger Pianist, dem Peter Bockius auch als Solist in nichts nachsteht.

Über Tony Lakatos viele Worte zu verlieren, bedeutet nun wirklich die bekannten Eulen nach Athen zu tragen. Er ist - und das ist nach dem ersten Chorus klar - einer von den ganz dicken Fischen. In Europa mit Sicherheit, aber nicht nur, denn: Vor wem sollte er sich auf seinem Instrument schon verstecken?

Natürlich spielt er anders als die Amerikaner Joshua Redman oder Kenny Garrett. Sein Saxophon-Ton ist geschmeidiger, organischer, europäischer. Seine Bebop-Eruptionen sind weniger wuchtig, aber von ausgesuchter Raffinesse. Mainstream natürlich, aber es passt. Es passt vor allem in den Sauschdall, eine Location, wie es sich für einen Jazz Club gehört. Sparsame Beleuchtung, düsteres Gewölbe und grobes Mauerwerk: klassisches 60er-Jahre Ambiente. Und ein Gewölbe, das immerhin schon Giganten wie John McLaughlin, Chet Baker und Dollar Brand (heute: Abdullah Ibrahim) beherbergt hat. Klar, ein Tony Lakatos gehört da auch hin.