Ulm / Frank König  Uhr

Trotz des schönen Ausflugswetters am Wochenende ist die Verbrauchermesse Leben-Wohnen-Freizeit – die ja im wesentlichen indoor über die Bühne geht – gut angelaufen. Hallenvermieter Jürgen Eilts von der Ulm-Messe zeigte sich  bei der Eröffnung am Samstag „sehr überrascht“, wie schnell sich die Ausstellungshallen mit Publikum gefüllt hatten. Messeveranstalter Peter Kinold, der 2016 die Ulmer Ausstellungsgesellschaft übernommen hat, wartet bei seiner zweiten LWF mit einigen Neuerungen auf. So wurde die Halle 7 komplett zur Freizeithalle umgewidmet, auch mit einer Teststrecke der E-Kartbahn Ecodrom und einem Schwimmcontainer der Tauchschule Asselfingen. Außerdem wurde mit einer Autoschau das Freigelände wiederbelebt, dabei sind auch zahlreiche Wohnmobile zu sehen. Neuer Kooperationspartner ist hier die Schwäbische Messegesellschaft.

Kommentar Frank König zur Situation des Messestandorts Konzept anpassen

Die Leben-Wohnen-Freizeit steht wie viele Business-Konzepte im Konkurrenz zum Internet. Sie sollte kompakter werden.

Die Stärken der neuntägigen Verbrauchermesse liegen weiter in den Sparten Bauen, Renovieren und Einrichten. In den vorderen Hallen 1 bis 3 reicht das Sortiment vom Balkongeländer über einbruchssichere Türen und Fenster – gleich mit Überwachungskamera zu haben – bis zu modernen Heizsystemen. Bei der Eröffnung sagte Kreishandwerksmeister Max Semler, sowohl die Energiewende als auch das Thema Einbruchsschutz sorgten für volle Auftragsbücher im Handwerk.

Semler machte deutlich, dass nur das Handwerk „unser gut funktionierendes Leben gewährleistet“. Denn wenn im Winter die Heizung ausfällt , könne auch die Digitalisierung nicht viel helfen.

Der Kreishandwerksmeister warnte davor, diesen Komfort als selbstverständlich zu betrachten: weil nun auch die Bäcker, die fürs frische Frühstücksbrötchen sorgten, mit dem Fachkräftemangel kämpften. Die LWF bietet gleichwohl ein umfangreiches Gastro-Angebot, schon vor Halle 6 mit mobilen Imbiss-Ständen.

Es dampft überall

In der Halle selbst sind neben Platzhirsch Gold Ochsen – wie bei Verbrauchermessen üblich – auch etliche Weinstände  und natürlich Hardware-Anbieter von Töpfen und Pfannen sowie Küchenmaschinen vertreten. Der Klassiker Thermomix hat eine besonders starke Präsenz. Die Temperatur spielt auch bei den Dampf-Staubsaugern und -Bügeleisen eine Rolle: überall zischt und dampft es. In der Donauhalle dominiert die AOK, die mit großem Infostand vertreten ist.

Im angrenzenden Donausaal  bildet der „Kunstschimmer“ wieder eine autonome Messe in der Messe, wie Ausstellungsmacher Stefan Grzesina bei der Eröffnung erläuterte. Mehr als 100 Künstler stellen dort und bis ins angrenzende Foyer hinein ihre Werke aus – erstmals auch in Form einer Fern-Präsenz per Videoscreen. Am Samstagabend ging eine Vernissage über die Bühne. Es soll bei der sechsten Auflage des Kunstschimmers nicht zuletzt tägliche Live-Vorführungen geben: mit Lesungen und Body-Painting.

Rund 400 Aussteller in den Messehallen

Noch eine Woche Auf der 47. Leben-Wohnen-Freizeit präsentieren sich rund 400 Aussteller. Die Messe dauert noch bis Sonntag, 29. April. Die Messe in den Ausstellungshallen in der Friedrichsau ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Veranstalter UAG erwartet rund 70 000 Besucher.