Neuseeland Zwei Männer aus Ulm und Tübingen: Tödlicher Absturz am Mount Hicks

Unglück Tour auf  3216 Meter hohen Mount Hicks in Neuseeland endet für zwei Männer aus Tübingen und Ulm tödlich.
Unglück Tour auf 3216 Meter hohen Mount Hicks in Neuseeland endet für zwei Männer aus Tübingen und Ulm tödlich. © Foto: Hagen Hopkins/Getty Images
Ulm/Christchurch / Sissi Stein-Abel 02.11.2018
Unglück Tour auf  3216 Meter hohen Mount Hicks in Neuseeland endet für zwei Männer aus Tübingen und Ulm tödlich.

Jo Morgan, eine landesweit bekannte Frau aus Neuseeland, die die beiden zum Gipfel des 3216 Meter hohen Mount Hicks im Mount Cook-Nationalpark geführt hatten, überlebte wie durch ein Wunder unverletzt. Bei den Bergführern handelt es sich um den 58-jährigen Wolfgang M. aus Ulm und den 50-jährigen Martin H. aus Tübingen.

Das größte Problem bei der Besteigung des Mount Hicks war der Neuschnee. Am vergangenen Wochenende hatte es das Trio zur Empress Hut, einer Schutzhütte oberhalb des Hooker-Gletschers, geschafft. Dort saßen sie aufgrund miserablen Wetters bis Mittwoch fest. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch begannen sie mit dem Aufstieg, weil für diese Zeit ein 22-stündiges Wetterfenster günstigere Bedingungen verhieß. Um 2 Uhr nachts (Ortszeit) erreichten sie den Gipfel und stiegen an der Südwest-Kante des Bergs wieder ab. Um 5.30 Uhr brach die Lawine los und riss die Bergsteiger mit sich.

Während die beiden Deutschen tief unter den Schneemassen begraben wurden und später nur noch tot geborgen werden konnten, überlebte die Neuseeländerin wie durch ein Wunder, aber auch dank ihres Trainings für solche Situationen. „Ich habe mit den Armen Schwimmbewegungen gemacht, dadurch konnte ich mich nahe an der Oberfläche halten“, erzählte sie in einem Beitrag des Fernsehsenders Newshub. Morgan konnte ihren Rettungssender aktivieren und sich freigraben.

Retter schnell vor Ort

Ein Rettungsteam war schon nach zwei Stunden da. Den beiden Bergsteigern aus Tübingen und Ulm konnte es aber nicht mehr helfen.

Als die Bergsteiger in die Tiefe gerissen wurden, waren sie an einem Sicherungsseil verbunden. „Wir waren alle unter den Schneemassen begraben, aber mein Gesicht war außerhalb, deshalb konnte ich weiteratmen“, sagte Jo Morgan später. „Wir haben nichts Törichtes getan. Aber wir haben einen Hang betreten, der mit jener Art Schnee bedeckt war, auf dem man Lawinen lostreten kann.“

Ulmer seit 2007 in Neuseeland

Der gelernte Bankkaufmann Wolfgang M., der im Jahr 2000 das Klettern zum Beruf machte, ist in Ulm aufgewachsen. 2007 kam er nach Neuseeland und wohnte am Lake Tekapo, einem Ort am gleichnamigen See im Hochland von Canterbury. Der Mount-Cook-Nationalpark, in dem das Unglück geschah, ist nur einen Katzensprung von dort entfernt. Laut Jane Morris, der Vorsitzenden der neuseeländischen Bergführer-Vereinigung, pendelte der Ulmer zwischen Europa und Neuseeland, um die beiden Sommer an den entgegengesetzten Enden der Welt auszunutzen. Im europäischen Sommer führte er Touren in den Alpen, sein Lieblingsberg war der Mont Blanc. Bei dem Unternehmen „Berg und Tal“ in der Schweiz ist M. als Bergführer aufgelistet. Der letzte Wohnsitz des Vaters von zwei Söhnen war Perth in Westaustralien, wo er mit seiner Partnerin Tracey lebte.

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