Memmingen/Ulm Tödliche Messerattacke in Pfuhl: Angeklagter bestreitet Tat

Memmingen/Ulm / dpa 25.03.2014
153 Euro Schulden waren der Auslöser für einen tödlichen Streit in Neu-Ulm. Als zwei Männer wegen dieser Summe aneinandergerieten, starb einer von ihnen durch Messerstiche. Nun steht ein 21-Jähriger wegen Totschlags vor Gericht. Er weist jedoch die Schuld von sich.
Wegen Totschlags muss sich ein 21 Jahre alter Mann seit Dienstag vor dem Landgericht Memmingen verantworten.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Asylbewerber aus Pakistan vor, im vergangenen Sommer in einer Asylbewerberunterkunft in  Neu-Ulm einen Mitbewohner erstochen  zu haben. Zuvor sollen sich die beiden Männer um geliehenes Geld - es ging um 153 Euro - gestritten haben. Das 29 Jahre alte Opfer erlitt mehrere Stichwunden und starb an inneren Verletzungen. Wenige Stunden vor der Bluttat hatte er bei der Polizei Anzeige erstattet. Er beschuldigte den damals 20-Jährigen der Unterschlagung und Körperverletzung.

„Der Vorwurf ist falsch“, ließ der Angeklagte zum Prozessauftakt über seinen Dolmetscher erklären. Er habe zu keiner Zeit Geld von seinem Mitbewohner geliehen. Als es wegen der Anzeige zum Streit kam, habe sein Gegenüber plötzlich ein Messer gezogen und ihn in die Ecke des gemeinsamen Zimmers gedrängt. Er habe dem Älteren das Messer entreißen können, woraufhin es zu einem Gerangel gekommen sein soll. Dabei, so schilderte der 21-Jährige, habe sich sein Kontrahent die Verletzungen zugezogen. „Ich habe ihm keine Stiche zugefügt.“

Ein Zeuge, der zur Tatzeit am 30. Juli 2013 ebenfalls in der Unterkunft wohnte, belastete den Angeklagten jedoch schwer. Er gab an, das Zimmer der beiden Männer kurz nach der Tat betreten zu haben. Dort habe er gesehen, wie das Opfer am Boden lag und der Angeklagte mit dem Messer in der Hand vor ihm stand und ihn beschimpfte. „Er war sehr zornig“, gab der Dolmetscher die Aussage des Zeugen wieder. Zudem habe der Angeklagte vor mehreren Mitbewohnern gesagt, dass er in Pakistan schon einen Mord begangen habe.

Der Prozess ist zunächst auf zwei Verhandlungstage angesetzt und wird an diesem Donnerstag fortgesetzt.



2134449