Sensation im DFB-Pokal SSV Ulm 1846 Fußball: Spatzen schlagen Frankfurt 2:1

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Ulm / dpa, swp 18.08.2018

Das Donaustadion steht Kopf und auch in der Ulmer Fußgängerzone hat es sich rumgesprochen: Der SSV Ulm 1846 Fußball hat für die große Sensation in der ersten Runde des DFB-Pokals gesorgt: Mit 2:1 bezwangen die Spatzen den Pokalsieger Eintracht Frankfurt.

Von Beginn an hatten die Ulmer gut dagegen gehalten, der Klassenunterschied zwischen dem Erst- und dem Viertligisten war nicht zu erkennen. Kurz vor der Halbzeitpause schien die Eintracht dann das Ruder zu übernehmen, doch der Pfosten und Torhüter Christian Ortag hielten die Spatzen im Spiel. Allen war klar, dass ein Treffer der Eintracht die Chancen des Underdogs minimieren würde.

Fünfter Verein der als Pokalsieger in der ersten Runde rausfliegt

Frankfurt bekam zwei Tore wegen Abseits aberkannt. Luka Jovic traf in der ersten Halbzeit den Pfosten, Lucas Torro in der zweiten. Zuletzt war der 1. FC Kaiserslautern 1996 als Titelverteidiger in der ersten Runde gescheitert. Insgesamt ist Frankfurt nun der fünfte Verein nach Lautern, Werder Bremen (1994), Kickers Offenbach (1979) und dem Hamburger SV (1963), der als Pokalsieger in der ersten Runde ausscheidet.

Trainer Hütter unter Druck

Eine Woche vor dem Bundesligastart beim SC Freiburg steht Trainer Adi Hütter bereits unter massivem Druck. Vor allem, weil sich seine Mannschaft gegen den WFV-Pokalsieger von Beginn auch in der Rolle des Favoriten richtig schwer tat und lange keine Überlegenheit hatte.

Schon in der ersten Minute musste Eintrachts neuer Torwart Frederik Rönnow einen Schuss von Lennart Stoll an die Latte lenken, auch die zweite Gelegenheit der Partie ging nach neun Minuten auf das Konto des SSV - sehr zur Freude der Zuschauer im erstmals seit dem Bundesliga-Abschied vor 18 Jahren wieder ausverkauften Donaustadion.

Wie in der Regionalliga Südwest versuchten es die Ulmer von Trainer Holger Bachthaler mit einem überlegten Aufbauspiel, nutzten aber dennoch jede Gelegenheit für einen langen Ball zum Kontern. In der Liga reichte das bislang zu Siegen gegen Waldhof Mannheim, Kickers Offenbach und die TSG Balingen sowie Rang eins nach vier Spielen, im Pokal für massive Probleme beim Titelverteidiger.

Frankfurter versuchen Ulmer Rhythmus zu unterbrechen

Die Frankfurter Profis versuchten mit langem Liegenbleiben nach Fouls den Ulmer Rhythmus zu unterbrechen. Bis zur ersten klaren Chance für die ohne den angeschlagenen Vizeweltmeister Ante Rebic angereisten Hessen dauerte es aber mehr als eine halbe Stunde. Sebastien Haller verpasste die Hereingabe von Danny da Costa. Zwei Minuten später scheiterte Luka Jovic am Pfosten (37.). Pech hatte Jovic in der 40. Minute, als sein Tor wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Eine knappe Entscheidung.

Ulm machte dennoch unbeirrt weiter - und belohnte sich mit der ersten Aktion nach der Pause. Steffen Kienle stand nach einem Freistoß am besten und schoss den Ball nach einem Pfostenkopfball von Ardian Morina aus kurzer Distanz ins Netz. In der Liga hat der 23 Jahre alte Stürmer bereits drei Tore erzielt. Frankfurt wurde zielstrebiger und kam zu guten Chancen. Neuzugang Torro traf den Pfosten (65.), Jovic scheiterte frei vor SSV-Torwart Christian Ortag (74.).

Aber in der 75. Minute war es dann Vitalij Lux, der einen Konter der Ulmer eiskalt vollendete: 2:0 für den SSV 46! Aber immer noch eine Viertelstunde zu spielen. Die Eintracht drängte auf den Anschlusstreffer, doch die 18.500 Zuschauer im ausverkauften Donaustadion sahen nur noch den Anschlusstreffer von Goncalo Paciencia in der 90. Minute. Das war für die Frankfurter zu spät: Der SSV Ulm 1846 Fußball hat für die große Sensation gesorgt: Die Eintracht ist draußen. Am 26. August wird die 2. Runde ausgelost.

Feier in Ulm

Für die Sicherheitskräfte geht es nun darum, die jubelnden Ulmer in Schach zu halten und den deprimierten Frankfurtern einen geordneten Rückzug zu ermöglichen. Die Fans der Eintracht jedenfalls sind stinksauer: Nach der 0:5-Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern ist das die zweite Pleite im zweiten Spiel – und bestimmt die, die mehr weh tut.

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