Ulm / Petra Laible Nachdem im Tierquäler-Prozess die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt hat, hat nun die Verteidigung des Angeklagten nachgezogen. Der Fall wird neu verhandelt.

Alles ist wieder offen. Nach der Staatsanwaltschaft Ulm hat auch die Verteidigerin des Merklinger Landwirts Berufung eingelegt. Das bestätigte Michael Klausner, Sprecher des Amtsgerichts Ulm, am Freitag Vormittag. Der 56-jährige Schweinehalter war am Amtsgericht vor einer Woche wegen Tierquälerei in der Massentierhaltung zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Wegen schlechter Haltungsbedingungen waren in seinen beiden Ställen von 2013 bis 2016 rund 1600 Schweine gestorben, hatte Richter Oliver Chama ausgeführt, der von einer „Massentierhölle“ sprach. Die Soko Tierschutz hatte die Missstände aufgedeckt, etliche Mitglieder verfolgten die Verhandlung.

Schweine mit abgebissenen Ohren und Schwänzen, sterbend in Fäkalien liegend - ein Landwirt Merklingen ist wegen Tierquälerei zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden.

Fall wird neu verhandelt

Staatsanwalt Benjamin Lenz und Verteidigerin Corinna Nagel hatten in dem Prozess Bewährungsstrafen für den Mann gefordert. Beide haben nun fristgerecht innerhalb einer Woche Berufung eingelegt. Das heißt, dass das Verfahren an einer Berufungskammer des Landgerichts Ulm neu aufgerollt wird: Beweismittel müssen erneut vorgebracht, Zeugen wieder vorgeladen werden. Theoretisch sei es auch möglich, dass der Landwirt ein härteres Urteil erhält, praktisch sei dies aber unwahrscheinlich, da sowohl der Staatsanwalt als auch die Verteidigerin für eine mildere Strafe plädiert hatten.

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