Tierschutz Weitere Tiere nach gestopptem Transport gestorben

Die Tiere wurden in einen Transporter eingepfercht.
Die Tiere wurden in einen Transporter eingepfercht. © Foto: Polizei
Stuttgart / lsw 08.04.2018
Nach dem von der Polizei gestoppten Tiertransport sind weitere Welpen und Katzenbabys gestorben.

Nach dem von der Polizei gestoppten Tiertransport aus der Slowakei sind weitere Tier-Babys gestorben. Nach mehreren Todesfällen am Wochenende erhöhte sich die Zahl der gestorbenen Tiere auf sieben. „Die Lage ist wirklich dramatisch“, sagte die Leiterin des Stuttgarter Tierheims, Marion Wünn, am Sonntag. Zuletzt seien zwei Katzen gestorben. Alle lebenden Tiere seien weiterhin in einem kritischen Zustand, der sich stündlich ändern könne, sagte Wünn. An den Tagen zuvor waren bereits zwei Welpen und drei weitere Katzen gestorben.

Polizisten hatten vergangenen Dienstag auf der Autobahn bei Leonberg (Kreis Böblingen) mehr als 100 Hunde- und Katzenbabys aus einem slowakischen Transporter befreit. Im Laderaum waren sie bei einer Kontrolle entdeckt worden. Die Tiere sollten wohl nach Spanien gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt, ob mit dem Transport gegen das Tierschutzgesetz verstoßen wurde.

Unterdessen erreichen die Tierschützer jeden Tag bis zu 100 Anfragen von Interessenten, die helfen und Tiere aufnehmen wollen. Doch solange die Tiere hochinfektiös seien, könne man keine Tiere abgeben, sagte die Tierheimleiterin. Außerdem bittet sie, Interessenten von weiteren Anfragen per Mail und Telefon abzusehen. „Es gibt so viel zu tun, das hält uns einfach von der Arbeit ab“, sagte Wünn. Frühestens in drei bis vier Wochen sollten sich Interessenten noch einmal bei dem Tierheim melden.

Mehrere Todesursachen

Drei Tiere, die unmittelbar nach dem Transport starben, wurden mittlerweile obduziert. Ein Welpe sei an einem „stressbedingten Fettleber-Syndrom“ gestorben, sagte die Leiterin. „Das tritt auf, wenn Welpen zu früh der Mutter entrissen werden“, sagte Wünn. Hinzu komme der Stress durch den Transport. Zwei Katzen seien durch starken Salmonellen- und Giardienbefall ums Leben gekommen. „Wenn sich Giardien im Darm unkontrolliert vermehren, können diese Einzeller die Darmwand der Tiere zerfressen“, sagte Wünn.

Giardien sind hochansteckend. Alle Tiere befinden sich daher in Hochquarantäne. „Das ist eine spezielle Quarantänestation, die wir nur bei hochinfektiösen Krankheiten einrichten“, erklärte Wünn. Dafür sei das Pflegepersonal deutlich aufgestockt worden. Auch die Desinfektionsmaßnahmen seien verstärkt worden.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel