Wiblingen Theologin Margit Eckholt besucht ihre alte Kirchengemeinde

Margit Eckholt: Kirche muss sich mehr öffnen.
Margit Eckholt: Kirche muss sich mehr öffnen. © Foto: Beate Storz
Wiblingen / BEATE STORZ 08.10.2016
Hoher Besuch in St. Franziskus in Wiblingen. Auf eine Stippvisite kam Professorin Margit Eckholt in das Kirchenzentrum.

Sie hat es weit gebracht, lehrt Dogmatik und Fundamentaltheologie an der Universität Osnabrück. Doch die Heimat von Margit Eckholt ist Wiblingen, wo sie Kindheit und Jugend verbracht hat. Sie studierte in Tübingen katholische Theologie, Romanistik und Philosophie. In Südamerika war sie acht Jahre tätig. „Ich bin viel herumgekommen, aber meine Heimat bleibt Wiblingen“, sagt Eckholt.

Zu ihren Vortrag über die Bedeutung des Heiligen Martin für die diakonische und missionarische Kirche kamen rund 50 Besucher, viele kannten die Referentin persönlich von früher. Vor dem eher wissenschaftlichen Vortrag kam das Menschliche: viele Begrüßungen, viele Erinnerungen an die Jugend. Und außerdem hat St. Franziskus wesentlichen Anteil daran, warum Margit Eckholt überhaupt Theologin wurde: „Diese wunderschönen Martinsumzüge in Wiblingen werde ich nie vergessen. Den Mantel zu teilen, das habe ich in Wiblingen gelernt.“

In ihrem Vortrag erklärte sie, dass die Geste des Mantel-Teilens weit mehr sei, als nur einem armen Menschen etwas abzugeben. Für sie sei Martin von Tours, also der Heilige Martin, eine Ikone der Nächstenliebe. Denn mit seiner Mantel-Geste habe er sich auf Augenhöhe mit den Armen begeben. Weil er nur noch einen halben Mantel anhatte, sah er genauso aus wie der Arme selbst.Auch in der heutigen Zeit gebe es viele arme Menschen, um die man sich kümmern müsse. Auch dabei sei die Begegnung auf Augenhöhe wichtig. Die Menschen sollen an die Orte gehen, wo die Not am größten ist, um zu helfen und den Notleidenden auf gleicher Ebene begegnen.

Für Eckholt sind Begriffe wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe aktuell besonders wichtig, weil viele Menschen vor Krieg und vor Armut flüchten. Die Kirche heute müsse sich mehr öffnen und gastfreundlich sein: Dialog mit allen Menschen, Ökumene und interreligiöse Bemühungen seien die Zukunft einer Kirche der Gemeinschaft und der Mitverantwortung.

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