Ulm Thema der 8. Ulmer Denkanstöße: Verantwortung

Auguste Rodins Denker: Auch in Ulm wird jetzt wieder gedacht. Also so richtig vorbereitet, konzentriert und öffentlich bei den Ulmer Denkanstößen zum Thema "Verantwortung".
Auguste Rodins Denker: Auch in Ulm wird jetzt wieder gedacht. Also so richtig vorbereitet, konzentriert und öffentlich bei den Ulmer Denkanstößen zum Thema "Verantwortung". © Foto: Vario Images
Ulm / JAKOB RESCH 06.03.2015
Diesmal also Verantwortung. Das Thema der 8. Ulmer Denkanstöße im Stadthaus kommt einem abgehoben vor, aber: Es betrifft in der Tat jeden. Verantwortung vor sich selbst. Für die Gesellschaft. Im Unternehmen.

Alle Jahre wieder sitzen die Macher oder vielmehr Macherinnen der Ulmer Denkanstöße beisammen und horchen in sich hinein: Was bewegt die Welt? Was beschäftigt die Stadt? Was also könnte eine dreitägige Veranstaltung zum öffentlichen Gedankenaustausch tragen? "Was wir in unseren Arbeitsfeldern beobachten: Es gibt Verantwortung zu übernehmen. Aber immer mehr Menschen möchten Verantwortung abgeben." So fasst die Ulmer Kulturbürgermeisterin Iris Mann das Brainstorming zusammen, das nun zum Thema der 8. Ulmer Denkanstöße geführt hat: "Verantwortung - für alles oder für nichts?" Veranstaltet von Stadt, Universität Ulm und Sparda-Bank Baden-Württemberg, finden sie in der kommenden Woche vom 11. bis 14. März statt.

Man lebe in einer Welt, die der Selbstverwirklichung alle Tore öffne, führt Iris Mann dazu aus, was den Einzelnen aber gleichzeitig damit überfordere, sein Leben in die eigene Hand zu nehmen. Und so sehr vernetzt die Welt und man selbst heute sei, desto ausgeliefert fühle man sich diesem Netz bis hin zur fatalistischen Haltung: Ich kann ja sowieso nichts machen.

Prof. Renate Breuninger, Geschäftsführerin des Humboldt-Studienzentrums an der Uni, knüpft daran an: Man fühle sich heutzutage entweder für alles verantwortlich - von der Impfung über die Schulkarriere bis hin zum Weltklima - oder für gar nichts - zumal, wenn etwas schief laufe. "Der moderne Mensch ist ein Verantwortungskünstler und Schuldverschiebungsstratege." So wünscht sich Prof. Joachim Ankerhold, Vorstandssprecher des Studienzentrums, dass man den "überfrachteten Begriff" Verantwortung mit den Denkanstößen nun ein bisschen runterholt, um die Überforderung des Einzelnen zu relativieren. Die Ansätze im Überblick:

Donnerstag, 12. März, 19.30 Uhr: Los geht es mit dem Festvortrag von Eberhard Stilz, Nachfolger von Hans Küng an der Spitze der Stiftung Weltethos: "Selbstverantwortung und Weltverantwortung."

Freitag, 13. März, 14 Uhr, Thema: Verantwortung für sich selbst und die Gesellschaft. Mit dabei unter anderen: Prof. Kurt-Otto Bayertz, sozusagen der Begriffspapst für Verantwortung. Joe Bausch, Gefängnisarzt und "Tatort"-Pathologe, spricht dann über "Verantwortung für die, die wir verantwortlich machen".

Samstag, 14. März, 14.30 Uhr, Thema: Verantwortung in Management und Unternehmen. Mit dabei: Franz Fehrenbach (Bosch GmbH). Den Abschluss macht Prof. Konrad Paul Liessmann, der auf die praktische Verantwortung abhebt: Wenn Du das machst, passiert Dir das.

Info Mit den Denkanstößen kommt die Uni vom Eselsberg in die Stadt. Der Eintritt zu den Vortrags- und Diskussionsrunden im Stadthaus ist frei. Mehr unter ulmer-denkanstoesse.de

Film und Theater

Kultur Zu den Denkanstößen gehört ein Kulturprogramm: Am Mittwoch, 11. März, läuft im Xinedome der Film "Can't be silent" über Musiker aus Asylbewerberheimen, 18 Uhr. Bereits 15.30 Uhr für Schulklassen, Anmeldung Tel. (0731) 161 47 01. Am Freitag, 13. März, 20 Uhr, ist das Theaterprojekt "Selbstlernmodul und Jugendgewalt" der Ulmer Theaterpädagogin Barbara Frazier zu sehen, 20 Uhr, Stadthaus.

 

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel