Deutscher Rap boomt. Szenegrößen wie Capital Bra, die 187-Straßenbande oder Apache 207 brechen Streaming-Rekorde, füllen Hallen. In den Clubs wird zu ihren Hits bis in die Morgenstunden getanzt. Oftmals enthalten die Songtexte allerdings frauenverachtende, diskriminierende oder homophobe Passagen. Vor diesem Hintergrund hat sich „Theatro“-Betreiber Mario Schneider dazu entschieden, dass derartige Stücke in seinem Club nicht mehr gespielt werden. „Dass diese Tracks so populär sind, macht mir Sorgen“, räumt er ein. „Ich würde nicht wollen, dass meine Kinder so etwas hören.“

Theatro Ulm: Facebook-Post sorgt für Aufsehen

Schneider habe seine Regel bereits vor einiger Zeit an die DJs weitergegeben. In Abstimmung mit dem Münchner „Sweetclub“ wurde nun ein Facebook-Post verfasst, der kurz vor dem Weltfrauentag für Aufsehen sorgt. Darin schreibt Schneider: „Die Politik vermag einen solch inhaltlichen Müll nicht zu verbieten aber wir können das sehr wohl in unserem Theatro Club.“

Schneider sei durchaus bewusst, dass er mit dieser Entscheidung einige potenzielle Gäste abschrecke und somit auch Umsatzeinbußen hinnehmen müsse. „Das nehme ich aber gerne in Kauf. Ich möchte in meinem Club ohnehin keine Gäste, die diese Texte gutheißen.“ Auch die DJs sind gewarnt. „Wenn einer Musik mit widerlichen Texten auflegt, entziehe ich ihm die Gage und spende sie an eine Frauenrechtsorganisation“, kündigt Schneider an.

Keine diskriminierenden Songs im Theatro: So reagieren die Gäste

Die Reaktionen auf seinen Post fallen unterschiedlich aus, erzählt Schneider. Einige bestärkende Nachrichten habe er bereits erhalten. Es gebe allerdings auch Kritik. „Wir haben sogar Zuschriften von weiblichen Gästen erhalten, die sich ärgern, weil sie diese Lieder feiern. Da kann ich nur den Kopf schütteln.“ Schneider betont, dass er deutschen Rap per sé nicht schlecht finde. „Es gibt viele Stücke, die mir gefallen und weiterhin im Theatro laufen werden. Es geht lediglich um die fragwürdigen Songs.“

Schneider hofft, dass seine Aktion auch für andere Clubbetreiber in Deutschland ein Denkanstoß ist: „Wenn viele mitziehen, können wir vielleicht etwas verändern.“