Benefiz Theater mit Rotlicht-Stimmung in Einsingen

Vor der Puff-Eröffnung (v. r.): Obergaunerin Babsi (Sonja Lubczyk), Lilli (Inge Kneißle) und der Nadel-Done (Uli Baur).
Vor der Puff-Eröffnung (v. r.): Obergaunerin Babsi (Sonja Lubczyk), Lilli (Inge Kneißle) und der Nadel-Done (Uli Baur). © Foto: Oliver Schulz
Birgit Eberle 12.01.2018

Nach drei Jahren Pause hieß es in der Festhalle Einsingen wieder „Vorhang ganz auf!“ Der im April 2017 gegründete Theaterverein bespielte die nach einem Brand renovierte Festhalle mit der Gaunerkomödie „A heilig’s Köfferle“, deren Erlös der Aktion 100 000 zugute kommt.

Bevor’s losging, bedankte sich Vorstandsmitglied Wolfgang Lubczyk bei Franz und Maria Rehm, die 43 Jahre das Einsinger Theaterleben mit der KAB-Theatergruppe geprägt und rund 200 000 Euro für den guten Zweck eingespielt hatten. „Das Lebenswerk der Familie Rehm wird weitergeführt“, versprach Lubczyk unter Beifall. Er überreichte einen Scheck über 1500 Euro an Wolfgang Hitzler, bei der Stadt Ulm für die „Aktion 100 000 und Ulmer helft“ verantwortlich.

 In dem Dreiakter geht’s denn ganz schön kriminell zu: Babsi Hufnagel (Sonja Lubczyk) zieht als Chefin einer Ulmer Diebesbande in einer Schneiderei die Strippen. Als Gassen-Paule (Holger Breitinger) einen Koffer voller Geld für einen Minister klaut, kommt Leben in die Bude. Der Minister soll die Kohle in einen „Puff“ investieren, der zum Schein aufgemacht wird. Großen Applaus gibt es für den dritten Akt:  Das Gaunervolk spielt prächtig rotlichtmilieu-fein herausgeputzt  die „Damen“ und „Kunden“ im Etablissement. So wird etwa die burschikose Erna (Waltraud Reichherzer) zur sexy Jacqueline und der Nadel-Done (Uli Baur) zum herrlich komischen Barmann Antonio Nadello.

Das von Regisseur Herbert Nußbaumer flott schwäbisch frisierte Stück („Nix hau, isch a riabiga Sach‘“ – „Nichts haben, ist eine geruhsame Sache“) wird nochmal aufgeführt, ist aber fast ausverkauft.