Theater, DZOK und vh gedenken der Scholls

Diese Stele am Schollplatz in der Neuen Mitte erinnert an Hans und Sophie Scholl. Foto: Lars Schwerdtfeger
Diese Stele am Schollplatz in der Neuen Mitte erinnert an Hans und Sophie Scholl. Foto: Lars Schwerdtfeger
HELMUT PUSCH 11.02.2013
Am 22. Februar 1943 wurden die Scholls von den Nazis hingerichtet. Das Theater Ulm, das Dokumentationszentrum und die vh erinnern daran.

Ihre Namen sind ein Symbol des Widerstandes: Hans und Sophie Scholl, die zusammen mit Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und Kurt Huber die Widerstandsgruppe "Die Weiße Rose" bildeten. Am 18. Februar 1943 wurden sie dabei beobachtet, wie sie Flugblätter gegen die Nazi-Diktatur im Lichthof der Münchner Universität verteilten. Sie wurden festgenommen. Am 22. Februar wurden sie hingerichtet. Ihre in Ulm lebenden Eltern durften sie kurz vorher noch einmal sehen.

Dem Jahrestag dieser politischen Morde wird auch in Ulm gedacht. "Die Frage war nur, in welcher Form wir das tun wollten", sagt vh-Leiterin Dagmar Engels. Denn das rein rückblickend-historische Gedenken an die Geschwister, reiche in der Heimatstadt der beiden wohl nicht aus. Dieser Meinung waren auch Nicola Wenge vom Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg und Michael Sommer vom Theater Ulm. Der Dramaturg, der erst in der vergangenen Spielzeit mit seinem Stück über Erwin Rommel überzeugte, hat jetzt auch ein Stück über Sophie Scholl geschrieben: "Antigone/Sophie".

Es stellt die mythologische Figur der Antigone, der historischen von Sophie Scholl gegenüber. "Beides sind Heldinnen", sagt Michael Sommer, "die sich aus Gewissensgründen gegen einen Unrechtsstaat stellen." Doch mit dieser Parallele will sich der Autor und Dramaturg nicht zufrieden geben. In einem dritten Teil werfe das Stück auch die Frage nach der Gegenwart auf: Wie würden Antigone und Sophie heute gegen Willkür agieren? Premiere hat das Stück am 9. März im Dokumentationszentrum, wo es insgesamt 21 Mal gezeigt wird. Der Spielort sei auch eine Herausforderung, sagt Sommer: "Das ehemalige KZ ist auch Einschüchterungsarchitektur, an der sich die Handlung reiben kann."

Begleitend zum Stück aber auch zum Gedenktag haben das Dokumentationszentrum und die vh ein umfangreiches und attraktives Begleitprogramm zusammengestellt, das bereits am 18. Februar im Club Orange startet. Dann erzählt dort die Autorin Lore Seichter-Muráth, wie die lebenslustige Sophie Scholl beim Reichsarbeitsdienst in die innere Emigration ging. Am 23. Februar gibt es eine Stadtführung "Die Scholls in Ulm", die sich auch der Frage der Nachwirkung der Familie in Ulm widmet. Am 25. Februar stellt Christiane Moll den Briefwechsel Alexander Schmorells mit Christoph Probst vor. Am 4. März porträtiert die Historikerin Christine Hikel Sophies Schwester Inge Scholl, und am 11. März stellt der Autor Hermann Vinke die Widerstandskämpferin Cato Bontjes van Beek im Club Orange vor.

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