Ulm / Lena Grundhuber  Uhr

Wie ein riesiger Holzschnitt sieht der Vorhang aus – es ist das erste und zugleich stärkste Bühnenbild. Denn es zeigt sofort, wohin die Reise geht: In die Zeit vor und nach dem Ersten Weltkrieg, als Georg Kaiser einer der erfolgreichsten deutschen Dramatiker war. Sein Stück „Von morgens bis mitternachts“ hatte am Donnerstag Premiere im Theater Ulm. Es erzählt von einem Kassierer (Fabian Gröver), der das Leben sucht und den Tod findet. Eine gute Portion Menschheitspathos steckt darin, das Regisseur Jasper Brandis mit gutem Humor konterte. Insgesamt ein nicht unbedingt leicht konsumierbarer, aber am Ende doch starker Abend – dank eines tollen Ensembles, das gerade im Finale große Momente hatte.