Im Rampenlicht steht er nicht gerne, das hält er auch nicht für die dringendste Aufgabe eines Intendanten. Kay Metzger schätzt den Ensemblegeist. Weshalb er nicht so gerne angesprochen werden möchte auf seinen 60. Geburtstag an diesem Mittwoch. „Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding“, heißt es im „Rosenkavalier“ von Richard Straus, und damit muss nun auch der Wagnerianer Metzger leben. Gefeiert werde nicht groß, es steht im Theater Ulm die Bauprobe für die Eröffnungspremiere der kommenden Spielzeit an.

Den Titel der Oper möchte er öffentlich nicht nennen. Aber am Freitag kommt’s auf: Dann stellt Metzger im Kulturausschuss des Ulmer Gemeinderats den Spielplan für die Saison 2020/2021 vor. Es ist viel los in diesen Tagen, und von Montag an pendelt Metzger zwischen Ulm und Meiningen: Dort inszeniert er am Staatstheater, das sein Vorvorgänger Ansgar Haag leitet, seine auch in Ulm schon gezeigte Version des „Fliegenden Holländers“. Man tauscht sich aus: Haag hatte in der vergangenen Spielzeit die Donizetti-Oper „Lucia di Lammermoor“ nach Ulm gebracht.

Vision „Ring des Nibelungen“

Der am 5. Februar 1960 in Kiel geborene, in Mannheim aufgewachsene Metzger durchschreitet gerade seine zweite Ulmer Spielzeit, in der er als Regisseur noch die Uraufführung der Oper „La Légende de Tristan“ herausbringen wird. Was er außerdem tut: Sponsoren gewinnen, Geld sammeln für eine Aufführung von Richard Wagners Vierteiler „Der Ring des Nibelungen“. Das war ihm als Intendant am Detmolder Landestheater mit überregionalem Aufsehen gelungen. Mit dem Fernziel einer „Ring“-Inszenierung in Ulm hat Metzger schon bei seiner Bewerbungsrede im Gemeinderat gespielt. „Es bleibt eine Vision“, sagt der Intendant vorsichtig – aber er arbeite daran. Es komme auch sehr auf den künftigen Generalmusikdirektor an, sagt Metzger, der einen Nachfolger für Timo Handschuh suchen muss, der Ulm 2021 verlässt.

Wie geht es bei Metzger weiter? „Ich fühle mich überhaupt nicht alt.“ Aber erst im Frühjahr 2021 stünden die Gespräche über eine Verlängerung seiner Intendantenzeit an.