Ulm Theater ist mehr als nur Unterhaltung

Ulm / SWP 28.08.2014
Jeder kennt und verwendet den Begriff "Theater" und doch ist nicht immer eindeutig, was gemeint ist. Theater kann die Bezeichnung für eine szenische Darstellung eines inneren und äußeren Geschehens als künstlerische Kommunikation zwischen Akteuren und dem Publikum sein.

Mit dem Wort kann aber auch das Gebäude gemeint sein, in dem Theater gespielt wird, das Theater-spielen oder allgemein eine Gruppe Menschen, die Theater macht.

Das Urtheater gab es bereits in der Steinzeit. Es bestand nur aus Tänzen. Erst mit der griechischen Antike kamen Tribünen und Bühne dazu. Damals wurden Theater an Festtagen aufgeführt, um die Götter zu ehren. Bei den Römern war das Theater eine staatliche Einrichtung. Es diente nicht nur zur Unterhaltung, sondern viel mehr als Machtrepräsentation. Damals war das Hauptthema Ehebruch. Im Mittelalter wurden dann hauptsächlich religiöse Themen in dramatischen Aufführungen inszeniert, während im Spätmittelalter die Fastnachtsspiele erfunden wurden, die Themen wie Sexualität und Politik aufs Korn nahmen und sich vor allem in Frankreich großer Beliebtheit erfreuten.

Erst in der Renaissance wurde das Theater zu dem, was wir heute kennen. Nun gab es Dramen, geographische und naturwissenschaftliche Stücke sowie Aufführungen über Philosophie und Kunst. Dies wurde später als Klassische Kulturwelle bezeichnet. Im Barock breitete sich das Theater in Europa aus und gewann an politischer und gesellschaftlicher Bedeutung. Es wurde immer populärer.

Heute sehen viele im Theater nur noch ein Unterhaltungsmedium, das im Kino einen Rivalen gefunden hat. Die Jugend interessiert sich nur noch wenig fürs Theater. Doch Theater unterhält nicht nur, sondern ist auch heute noch politisch und sozialkritisch. Themen werden unverblümt und direkt angesprochen oder auf subtile Art ironisiert. Der Zuschauer wird zum Nachdenken angeregt.

Robert Horvat, Marian Tritscher und Fabian Unsöld