"Mein Sohn!" - "Nein, mein Sohn!": König und Königin streiten über Lukalino. Außerhalb des Theaters sind Jens und Lovis Krijger Vater und Tochter; im Theater in der Bastion geben sie ein Königspaar, das durch eine Ausgabe des Magazins "GQ" über Kreuzzüge und Erziehung stets informiert ist. In amüsanten Dialogen geben sie im Kinderstück "Ritter Lukalino" unterschiedliche Ansichten über Erziehung, Werdegang und Zugehörigkeit ihres Sohnes zum Besten.

Zur Uraufführung von "Ritter Lukalino" im Fort Unterer Kuhberg in Ulm setzten elf Darsteller eine Art perfektes Chaos um. Das Theater in der Bastion, eine normalerweise von Erwachsenen bespielte Bühne, machte dem Stück von Kindern für Kinder Platz - und begeisterte in familiärer Atmosphäre Jung und Alt.

Vor dem Hintergrund einer handgemalten und von rotem Samt eingerahmten Burg schlägt Lukalino (Konstantin Kuhn), ebenfalls im roten Samtumhang, den Weg zum ehrenvollen Rittertum ein. Der scheinbar schon in einer Rüstung geborene Königssohn muss auf dem langen Weg zum Ritterschlag verschiedenste Stationen meistern: Im Chemieunterricht in der Schule lernt er, im Rauch vor Verfolgern zu verschwinden. In einer drachenbefeuerten Schmiede muss er sein eigenes Schwert fertigen. Trotzdem wird er nach der Reitstunde vorerst wieder aufs Schaukelpferd gesetzt.

Untermalt von vielen Gesangseinlagen und einer dreiköpfigen Band begegnet Lukalino gemeinsam mit seinen Gefährten jeder Gefahr mit Einfallsreichtum, Elan und Spaß.

Regisseur Gerard Elineau, der vor 35 Jahren den Verein Theater in der Bastion gegründet hat und ihm heute noch vorsteht, bringt mit diesem selbstverfassten Stück sein erstes Musiktheater mit Kindern auf die Bühne. Sein Fazit? "Ich bin happy!" Und warum hat er in 18 Stunden Handarbeit das Bühnenbild gemalt? "Ich mag Theater!"

Info Weitere Aufführungen am 18., 25. und 27. Juli im Theater in der Bastion am Unteren Kuhberg. Dauer: zwei Mal 45 Minuten, mit Pause.