Ulm Theater-AG der Freien Walddorfschule Ulm mit starker Kombination

Ulm / ELVIRA LAUSCHER 07.04.2014
Die Thematik von "Einer flog übers Kuckucksnest" ist auch heute noch durch Fälle wie den von Gustl Mollath aktuell. Aus diesem Grund hat die Theater-AG der Freien Walddorfschule Ulm sich für dieses Stück entschieden und mit einer Ausstellung zu dem aktuellen "Psychiatrie-Fall" kombiniert, was dem Stück eine zweite Ebene verlieh.

Randle P. McMurphy wird vom Gefängnis in die Psychiatrie verlegt, dargestellt durch eine schlichte Bühne mit einer Sitzecke und einen erhöhten Glaskasten, aus dem nicht nur die Medikamentenausgabe erfolgt, sondern auch die herrschsüchtige Schwester Ratched mit Megaphon die Szene und die eingeschüchterte Männergruppe beherrscht. Bis McMurphy (ausgezeichnet: Ruben Stern) kommt und sich gegen die unsinnigen, nur scheinbar therapeutischen Maßnahmen wehrt und der Gruppe wieder neue Lebensfreude vermittelt. Sehr zum Unmut von Ratched, die ihre Macht gefährdet sieht. Und so beginnt sie, McMurphy - mit der Rechtfertigung "nur zu helfen" mit Elektroschocks zu bestrafen. Doch McMurphy verliert nicht seinen Humor. "Ich bin ganz verrückt nach Ihrem Ladegerät", scherzt er noch und weißt nicht, dass Ratched auch zum Äußersten greift, um den "Aufwiegler" mundtot zu machen.

Doch der vermeintlich Schwache, Häuptling Bromden (stark: Mathis Eckmann), der durch McMurphy aus seiner Gedankenwelt in die reale Welt zurückgefunden hat, "befreit" seinen Freund.

Eine gelungene Aufführung unter der Regie von Wilfried Kessler: voller Spielfreude, aber auch unter die Haut gehend.