Geschichte The Gummibaum Project lässt Amerika-Haus aufleben

Das Amerika-Haus war nach dem Zweiten Weltkrieg erst im Ulmer Museum, dann in der Frauenstraße 4 beheimatet. „The Gummibaum Project“ ließ es jetzt für einen Abend im „Sound Circus“, also in der Frauenstraße 40, aufleben.
Das Amerika-Haus war nach dem Zweiten Weltkrieg erst im Ulmer Museum, dann in der Frauenstraße 4 beheimatet. „The Gummibaum Project“ ließ es jetzt für einen Abend im „Sound Circus“, also in der Frauenstraße 40, aufleben. © Foto: Magdi Aboul-Kheir
Ulm / Magdi Aboul-Kheir 27.08.2018

Zuerst mal fiel das provisorische Schild „Amerika Haus“ Mit-Organisator Peter Liptau auf den Kopf. Was eine Beule zur Folge hatte. Das aber nichts Schlimmes passierte, darf man kalauern, dass es ganz passend war, dass er Sternchen sah, und zwar 50 Stück – um Stars and Stripes ging es schließlich am Freitagabend bei der zweiten Etappe von „The Gummibaum Project“.

Liptau und Cora Schönemann lassen in ihrer Veranstaltungsreihe Orte der 50er Jahre wieder aufleben, die im Ulmer Stadtbild immer weniger greifbar, oft schon ganz verschwunden sind. Die zweite Etappe galt nun dem „Amerika Haus“, und das ist tatsächlich schon lange nicht mehr da. Denn die Amerikaner hatten ihre Kultureinrichtung, in der es Sprachkurse und ein enorm stattliche Bibliothek gab, 1948 zunächst im Ulmer Museum und dann 1953 noch ein paar Monate in der Frauenstraße 4 untergebracht. In den 50ern wurde die meisten diesen kulturellen Botschaften wieder geschlossen, so auch in Ulm, nur in den ganz großen Städten wurden sie weiter betrieben.

Für „The Gummibaum Project“ wurde nun der „Sound Circus“ in der Frauenstraße 40 für einen Abend in ein „Amerika Haus“ umgewandelt. Zum Auftakt erklang Gershwins „Rhapsody in Blue“, das Schaufenster des Plattenladens zierten als „Window to the West“ Cornflakes und Coke, Boots und Baseballhandschuhe, Elvis und Micky Maus, Wrestling-Maske und Ninja Turtles. Ein assoziatives Amerika-­Bild setzte sich da für die Besucher zusammen, in Liptaus und Schönemanns Ausführungen und in den Gesprächen wurde rasch deutlich, wie disparat das Amerika-­Bild in Deutschland wohl immer war – und heute aufgrund Trump vielleicht mehr denn je ist.

Info An der dritten Station von „The Gummibaum Project“ geht es tatsächlich um Pflanzen: Am Freitag, 7. September, 19.30 Uhr, stehen in der Aegis-Buchhandlung Frederik Buschs „German Business Plants“ im Mittelpunkt.

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