Ulm Teva eröffnet Turnhalle für Betriebskindergarten

Das Eröffnungsband für die Halle ist durchgeschnitten: Annette Schavan mit Teva-Deutschland-Chef Dr. Sven Dethlefs (links), dem TSG-Vorsitzenden Walter Feucht und den Kindern des Mini-Pharmer-Kindergartens.
Das Eröffnungsband für die Halle ist durchgeschnitten: Annette Schavan mit Teva-Deutschland-Chef Dr. Sven Dethlefs (links), dem TSG-Vorsitzenden Walter Feucht und den Kindern des Mini-Pharmer-Kindergartens. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / FRANK KÖNIG 12.02.2013
Für eine Million Euro hat der Arzneimittelhersteller Teva auf dem Ratiopharm-Gelände eine Turnhalle für den Betriebskindergarten gebaut. Noch-Ministerin Annette Schavan: Das sendet ein Signal in die Region.
Das Pharmaunternehmen Teva sendet mit dem Ausbau des Betriebskindergartens um eine Turnhalle ein „Signal in die Stadt und Region hinein“. Und zwar das Signal, dass sich in der Kinderbetreuung die Initiativen von Politik und Wirtschaft ergänzen. Das sagte die nach ihrem Rücktritt noch bis Donnerstag amtierende Bundesbildungsministerin Annette Schavan bei der Eröffnung der „Mini-Pharmer-Arena“ – der Name ist angelehnt an die große Schwester Ratiopharm-Arena – auf dem Firmengelände von Teva und Ratiopharm im Donautal.

Aus Sicht Schavans stellt sich für Firmen angesichts des demographischen Wandels die Frage, wie sie in Zukunft überhaupt noch genügend Fachkräfte gewinnen können. Für das Management gehe es darum, die richtigen, sprich familienfreundlichen, Botschaften auszusenden und Pluspunkte aufzuweisen. Der 2005 ins Leben gerufene Betriebskindergarten und die neue Sporthalle seien solche Pluspunkte. Schavan vertritt die Überzeugung, Unternehmen seien erfolgreicher, wenn sie viel zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen: „Denn sie haben zufriedenere Mitarbeiter.“

Der Einsatz für die Familien und ihre Kinder lohne sich somit. Schavan erinnerte daran, dass Betriebskindergärten in Deutschland früher einmal üblich waren, bevor sie „outgesourct“ wurden. Es trage auch zu einem guten Image für die Firmen bei, wenn sie „in die Region investieren“ und dabei Vereine und Verbände unterstützen.

Teva-Deutschland-Chef Dr. Sven Dethlefs sagte, das Unternehmen habe rund eine Million Euro in die Mini-Pharmer-Halle investiert. Man knüpfe damit an die familienfreundliche Einstellung der früheren Eigentümerfamilie Merckle an. Teva trägt auch einen Teil der Personal- und Betriebskosten. Der Kindergarten mit derzeit 95 Kita-Plätzen für Kinder zwischen sechs Monaten und sechs Jahren ist ansonsten in den Kita-Plan der Stadt Ulm eingebunden und erhält entsprechende Zuschüsse. Die Eltern zahlen ähnliche Beträge wie bei der Stadt Ulm, der Höchstsatz beträgt 418 Euro pro Monat. Der Betriebskindergarten steht aber nur für Kinder der 2500 Teva-Mitarbeiter am Standort Ulm/Weiler offen.

Die TSG Söflingen ist Träger des Kindergartens, das Konzept mit sportlichen Akzenten lehnt sich an deren Hauptkindergarten „Bärenstark“ an. TSG-Vorsitzender Walter Feucht sagte, der große Verein habe mit seinen Plänen für einen Sportkindergarten in den 90er Jahren eine Vorreiterrolle eingenommen und sei auf diesem Feld der „FC Bayern“. Er sei auf die Idee gekommen, nachdem ihm Hürdensprinter Harald Schmid einmal erklärte, dass beim Laufen mit Kindern über eine Obstwiese die meisten nicht auf einen Baum klettern können. Die Kooperation von Teva und TSG geschehe in einer „guten Symbiose“.