Neu-Ulm Teurer Denkmalschutz

Der Realgrund-Wohnpark am Jahnufer, fotografiert von den Höhen des Donaucenters. Dort entstehen auf engem Raum 126 hochwertige und hochpreisige Wohnungen. 60 Prozent sind verkauft, hieß es auf dem Richtfest.
Der Realgrund-Wohnpark am Jahnufer, fotografiert von den Höhen des Donaucenters. Dort entstehen auf engem Raum 126 hochwertige und hochpreisige Wohnungen. 60 Prozent sind verkauft, hieß es auf dem Richtfest. © Foto: Matthias Kessler
Neu-Ulm / EDWIN RUSCHITZKA 05.07.2014
60 Prozent aller 126 Wohnungen im Realgrund-Wohnpark am Jahnufer in Neu-Ulm sind verkauft. Damit ist Geschäftsführer Walter Hopp zufrieden. Aber die Kosten für den Denkmalschutz sind ihm zu hoch.

Die schönen und gleichzeitig sehr teuren Penthouse- oder Terrassenwohnungen, die zwischen 6000 und 7000 Euro pro Quadratmeter kosten, sind nahezu allesamt verkauft. Auch jene in den alten Gemäuern des ehemaligen Proviantmagazins, einst ein Teil der Bundesfestung. Letztere waren sehr beliebt, weil sie steuerlich besonders gefördert sind - aus Gründen des Denkmalschutzes. Das wurde gestern am Rand des auf der Baustelle gefeierten Richtfestes bekannt.

Ansonsten fand Realgrund-Geschäftsführer Hopp dort auch kritische Worte gerade zum Denkmalschutz. Der Erhalt der beiden Magazine habe Architekten und Statiker aus dem Ulmer Büro Mühlich, Fink und Partner herausgefordert. Die Gesamtkosten, die Hopp nicht näher bezifferte, seien deshalb auch um gut einen siebenstelligen Betrag nach oben geschnellt. Ein Teil der Verzögerung um zwei bis drei Monate sei auch diesen Umständen geschuldet gewesen.

Sehr teuer war es offenbar, dass das rückwärtig gelegene Festungsmagazin zwar überbaut, nicht aber belastet werden sollte. Jetzt ruht der Überbau quasi freischwebend über der historischen Bausubstanz auf 120 Bohrpfählen, die teils bis zu 17 Meter ins Erdreich getrieben wurden. Das sei eine echte Hausforderungen gewesen, sagte Hopp. Im vorderen, zur Krankenhausstraße gelegenen Teil des Magazins ist eine gewerbliche Nutzung vorgesehen, im dahinter liegenden Teil mit den großen Gewölben werden ausschließlich Wohnungen entstehen.

OB Gerold Noerenberg war dann auch froh, jemanden gefunden zu haben, der sich diesen Herausforderungen des Denkmalschutzes gestellt habe. Deshalb könne Neu-Ulm an dieser exponierten Stelle auch neu entstehen.

60 Prozent aller Wohnungen, darunter die meisten zur Donau hin gelegenen, haben Käufer gefunden, überwiegend Eigennutzer und Kapitalanleger. Ein Jahr vor dem Erstbezug - geplant im Sommer 2015 - sei das zufriedenstellend, sagte Hopp. Zu haben sind an der Donau noch die Erdgeschosswohnungen. Dort verstellt aber die Beton-Hochwasserschutzwand zum Teil den freien Blick auf den Fluss.

Der Wohnpark am Jahnufer

Anzahl Es sind 126 Wohnungen, die am Jahnufer entstehen, dazu 149 Tiefgaragen-Stellplätze. Die kleinste Zwei-Zimmer-Wohnung misst 57, die größte Penthouse-Wohnung dagegen 251 Quadratmeter. Die Preise für diese Penthouse- und Terrassenwohnungen will Realgrund nicht nennen, die Rede ist aber von 6000 bis 7000 Euro pro Quadratmeter. Alle anderen Wohnungen kosten zwischen 3200 und 5200 Euro.

SWP