Elf ausgewählte junge Physikerinnen und Physiker aus zehn Ländern besuchen am morgigen Dienstag die Uni. Alle haben vergangene Woche an der Nobelpreisträgertagung in Lindau teilgenommen. Die Nachwuchswissenschaftler  kommen aus Großbritannien, Slowenien, Italien, der Türkei, aus dem Sudan, aus China, Malaysia, von den Philippinen und aus Palästina.

Wie aus einer Mitteillung der Uni hervorgeht, möchten die Physiker sich in Ulm über laufende Forschungsaktivitäten informieren und auch persönliche Karrierechancen ausloten. Auf dem Programm stehen Besuche bei den Quantenoptikern im Labor von Prof. Fedor Jelezko sowie im Institut für Biophysik, das von Prof. Jens Michaelis geleitet wird.

Die Quantenforschung gehört zu den wissenschaftlichen Schwerpunkten der Uni. Mit dem „Zentrum für integrierte Quantenwissenschaft und -technologie“ (IQST), in dem Wissenschaftler der Unis Ulm und Stuttgart eng miteinander kooperieren, gehört die Region weltweit zu den Vorreitern auf diesem Gebiet. Ziel ist die Verknüpfung von physikalisch-naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung mit konkreten technischen Anwendungsfragen.

Der Ulmer Quantenforscher Prof. Tommaso Calarco gehört zu den Initiatoren des sogenannten „Quanten-Manifestes“, das sich für den Ausbau dieser Schlüsseltechnologie in Europa stark macht. Die Europäische Union will nun im Rahmen einer neuen EU-Flaggschiff-Initiative die Quantenwissenschaften mit Forschungsgeldern in Milliardenhöhe fördern (wir berichteten). Mit Hilfe der Quantenforschung sollen nicht nur hochleistungsfähige Computer, ultraschnelle Datenübertragungsleiter oder hochwirksame Verschlüsselungstechnologien entwickelt werden. Großes Potenzial gibt es zudem in der Biotechnologie und Medizintechnik, wo es beispielsweise um den Einsatz von Biosensoren oder hochauflösende Bildgebungsverfahren geht.

Unter dem Leitmotiv „Educate. Inspire. Connect“ waren auf der 66. Nobelpreisträgertagung in Lindau rund 400 Nachwuchsforscher aus der ganzen Welt auf 29 Nobelpreisträger getroffen. Die international renommierte Veranstaltung soll aufstrebende junge Wissenschaftler miteinander vernetzen.