Narren Tausende feiern Narrensprung in Ulm

Ulm / EDWIN RUSCHITZKA und dpa 25.01.2015
In Ulm sind die Narren los: Rund 4500 Mäschkerle sind am Sonntag durch die Innenstadt gezogen. Trotz niedriger Temperaturen um die null Grad versammelten sich entlang der Route etwa 15.000 Zuschauer.
"Hand' raus!" - Ob das vielleicht der neue Ulmer Narrenruf wird? Zunftmeister Gerhard „Gegge“ Wies wurde am Sonntag beim Kommentieren des Großen Narrensprungs jedenfalls nicht müde, die vielen Zuschauer zum Mitmachen zu animieren. Viel öfters als „Zong raus!“ kam ihm ein „Händ’ raus!“ über die Lippen.

Aber die Ulmer und Neu-Ulmer, jedenfalls jene, die sich beim Kornhaus zum Zuschauen eingefunden hatten, wollten nicht so richtig klatschen, schunkeln und mitmachen. Zu deren Ehrenrettung sei aber auch erwähnt, dass es am Sonntag zwar trocken blieb, bei Temperaturen um den Gefrierpunkt doch lausig kalt in den Ulmer Gassen war.

Die 4500 Hästräger und Guggenmusiker aus nah und fern, einige waren aus der Schweiz und Liechtenstein angereist, hatten ihre Freude am närrischen Treiben. Und wenn es schon nicht – wie angekündigt – schneien wollte, so waren sie es, die mit dem Konfettiregen das triste Straßengrau in ein leuchtendes Weiß verwandelten. Sehr zur Freude oder zum Leidwesen derer, die die Parpierschnipsel in den Haare gerieben und in den Kragen gesteckt bekamen.

Jawoll, Narren sind lustig drauf in der fünften Jahreszeit. Und sie sind zuweilen durchtrainiert und sportlich, was vor allem die vielen Hexengruppen mit ihren Sprüngen, Pyramiden, Liften Schleudern und Rollen demonstrierten. Eine neue Art, vornehmlich Zuschauerinnen zu necken, hatte sich eine Gruppe aus Einsingen ausgedacht. Sie steckten Mädchen in ein Christbaumnetz. Auch schön.

Der Umzug in Ulm findet traditionell drei Wochen vor dem eigentlichen Fastnachtsbeginn am „Schmotzigen Dunschtig“ (12. Februar) statt. Die Häs- und Narrenträger kommen aus dem gesamten süddeutschen Raum, und der Schweiz. 
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