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Stuttgart 21
Ulm / JULIA KLING  Uhr
Es wird ernst: Von 2016 an prägen gleich mehrere Baustellen die Ulmer Innenstadt. Wo es wann zu Behinderungen kommt, erklärten die Planer den Mitgliedern des City Marketings. Vorrang hat die Linie 2.
"Es wird ein Tal der Tränen geben." Tim von Winning ist sich im Klaren, dass die ambitionierten Großbauprojekte Linie 2, Sedelhöfe, Umbau des Bahnhofsvorplatzes und Stuttgart 21 in den kommenden Jahren die Ulmer Innenstadt an ihre Belastungsgrenze führen. Doch der Baubürgermeister ist auch überzeugt, dass die Projekte der Stadt "sehr gut tun" werden. In der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ulm stellten am Dienstag die beiden zuständigen Mitarbeiter der Stadt Ulm, Harald Walter und Torsten Fisch, den Mitgliedern des Vereins Ulmer City Marketing die Baustellenpläne für 2016 vor. Schwerpunkt der Bautätigkeiten ist das Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Neutorstraße. Dort treffen die Projekte aufeinander und eine genaue Abstimmung der einzelnen Bautätigkeiten ist notwendig.

Erste Auswirkungen werden im April vor dem Hauptbahnhof zu spüren sein. Dann wird die Passage unter der Friedrich-Ebert-Straße gesperrt. Von Juni an ist für drei Monate die rechte Fahrspur Richtung Theater zwischen Xinedome und Unterführung gesperrt. Dort wird eine Fernwärmeleitung verlegt. Gleichzeitig beginnt der Rückbau des Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB), der für den Bau der neuen Bahnhofstiefgarage weiter Richtung Neue Straße verschoben wird. Ende 2016 ist das errichtete ZOB-Provisorium dann nur noch für die rund 600 SWU-Fahrten täglich geöffnet.

Auch zwischen Theater und Neutorbrücke tut sich im kommenden Jahr einiges: 2016 ist die bislang vierspurige Straße nur noch auf einer Fahrbahn je Fahrtrichtung befahrbar. An der Kreuzung Olgastraße bleiben die Abbiegespuren erhalten. Um die Neutorstraße zu entlasten, wird laut Fisch der ÖPNV über die B 10 und Ehinger Tor umgeleitet. "Wir wollen ein möglichst stabiles Netz im Nahverkehr während der Bauphase der Linie 2 aufrechterhalten." Betroffen von den Bauarbeiten für die Straßenbahn ist auch die Kreuzung Neutorstraße/Karlstraße. Dort wird die Unterführung zurückgebaut.

Bei der Planung der Baustellen hat immer die Linie 2 Vorfahrt. "Diese Baustelle darf nicht eingeschränkt werden", erklärt Walter. Ein weiteres Kriterium in der Planung sei die Erreichbarkeit der Innenstadt. "Es wird Behinderungen geben", sagt von Winning. Aber von denen seien alle Verkehrsteilnehmer betroffen. "Egal, ob ÖPNV, Fahrrad oder Auto." Zu den Herausforderungen zählen nicht nur die sich ändernden Straßenführungen, sondern auch die Lastwagen, die die Baustellen anfahren müssen. Mitte des Jahres fahren die Lkw in einigen Wochen bis zu 1300 Mal in die Stadt. Um den Verkehrsfluss aufrecht zu halten, werden außerhalb der Innenstadt Wartezonen für die Baufahrzeuge eingerichtet. Von dort aus sollen sie dann taktgenau über Ludwig-Erhardt-Brücke und Zinglerstraße in die Innenstadt fahren. "Die großräumigen Umleitungsstrecken für den Normalverkehr sind über die Tangente und die Stuttgarter Straße und Olgastraße vorgesehen", erläutert Fisch.

Wichtig sei es, zu vermitteln, dass Ulm erreichbar bleibe, mahnte der 1. Vorsitzende des City Marketings, Michael Klamser. "Sonst entscheidet der Kunde schon daheim, dass er Zuhause bleibt." Das unterstrich auch Heinz Stinglwagner von der Augsburger City Initiative: "Es braucht Aktionen, um die Leute in die Stadt zu holen."