Ulm Tag 1 des Vegan-Experiments: Die Umstellung beginnt

Meine erste vegane Mahlzeit.
Meine erste vegane Mahlzeit. © Foto: Uwe Keuerleber
UWE KEUERLEBER 13.02.2013
Zwei Autoren wollen sich von Aschermittwoch bis Ostern vegan ernähren. Uwe Keuerlebers Bericht von Tag 1: Dass übermäßiger Fleischgenuss ungesund ist und zu Krankheiten führen kann, ist bekannt. Deutschlandweit werden jährlich etwa zwei Milliarden Tiere getötet. Trotzdem besteht der Großteil meiner Nahrung aus tierischen Produkten. Höchste Zeit mal etwas daran zu ändern - und wenn es nur auf Zeit ist.
Eins vorneweg, ich will mir mit diesem Selbstversuch nichts beweisen. Es geht mir auch nicht darum, kurz mal in das vegane Leben reinzuschnuppern. Bisher habe ich mir kaum Gedanken über mein Essen und die Auswirkungen auf mich und meine Umwelt gemacht. Jetzt schon.

Am Mittwochmorgen war es also soweit, von jetzt an werde ich mich - zumindest bis Ostern - nur noch vegan ernähren. Aber was ändert sich jetzt für mich? Zum Frühstück gibt es wie immer einen schönen Schwarztee mit Milch und Zucker. Halt! Wie selbstverständlich doch manche Dinge geworden sind: Kühlschranktür auf, Milchtüte geschnappt und fertig. Doch Milch ist nicht vegan. Ich merke schon, dass ich manche Gewohnheiten ändern muss.

Zum ersten Mal vegan einkaufen
Bis vor Kurzem wusste ich immer, was in meinem Einkaufswagen landete. Käse, Wurst, Tiefkühlpizza (Pepperoni/Salami), Thunfisch in der Dose, Lachs, Schokolade und Kefir. Mein Einkaufszettel ist lang, unendlich lang und entsprechend voll auch der Wagen. Und nun stehe ich hilflos vor den Supermarktregalen. Soja-, Reis-, Mandel-, Hafer-, Dinkelmilch, Tofu und Hefeflocken. Ich bin völlig überfordert und gleichzeitig überrascht, wie gut sortiert mittlerweile die großen Supermärkte für Veganer und Vegetarier sind. Ich ziehe los und mein roter Einkaufskorb füllt sich so langsam. Obst, Gemüse, Sojamilch, Joghurt und jede Menge vegetarische Brotaufstriche. Das muss fürs Erste reichen.

Mein erstes veganes Frühstück
Statt Kuhmilch kommt also Sojamilch in den Tee, ich kann keinen Unterschied feststellen, weder geschmacklich noch am Aussehen. Nun gehöre ich zu den Menschen, die sich überwinden müssen, morgens um halb sieben zu frühstücken. Hilft alles nichts, ich habe mir ja vorgenommen, nicht nur vegan, sondern auch regelmäßig zu essen. Ich entscheide mich für einen Sojajoghurt mit Banane, Walnüssen und Granatapfel, es schmeckt und macht satt. "Und wie fühlt man sich als Veganer?", lautet die erste Frage, als ich die Redaktionsräume betrete. Was soll ich sagen? Ich steh' ja noch ganz am Anfang von meinem Experiment. 

Wenn der kleine Hunger kommt
Gestern war es noch das dickbelegte Brötchen mit Leberkäse, das mich bis zum Mittagessen rettete. Heute gibt es eine Handvoll Nüsse, eine Reiswaffel und einen Apfel. Das Hungergefühl ist weg und ich ein klein wenig stolz, auf eine alte Gewohnheit verzichtet zu haben. Beim Mittagessen wird es schon ein bisschen schwieriger. Da ich hier in der Redaktion nicht die Möglichkeit habe zu kochen, werde ich versuchen, das Abendessen mit dem Mittagessen zu tauschen.

Fazit an Tag 1
Ich werde noch einiges umstellen und ändern müssen, bis ich für mich den richtigen Plan gefunden habe. Ich finde es auf jeden Fall eine echt spannende Sache und freue mich auf die Wochen, die noch vor mir liegen.