Handwerk Syrer macht erfolgreich Friseur-Lehre

Inhaber Francesco Scavo (links) ist von Azubi Salam Jemou begeistert und will ihn nach der Lehre übernehmen.
Inhaber Francesco Scavo (links) ist von Azubi Salam Jemou begeistert und will ihn nach der Lehre übernehmen. © Foto: Handwerkskammer Ulm
Ulm / swp 11.08.2018

Berufliche Integration kann gelingen, wenn neue Zuwanderungsgesetze greifen, Betriebe besser unterstützt werden und Flüchtlinge eine Perspektive auf dem Arbeitsmarkt bekommen. Das ist das Fazit eines Besuches der Handwerkskammer im Friseursalon Scavo & Elromi in der Syrlinstraße. Dabei forderte Präsident Joachim Krimmer einen „Spurwechsel“: Flüchtlinge, die eine Lehre machen oder arbeiten möchten, sollten eine „Bleibeperspektive bekommen“. Der Bedarf sei groß. Im baden-württembergischen Handwerk fehlen demnach 45 000 Fachkräfte, und knapp 10 000 Ausbildungsplätze sind nicht belegt. Man müsse handeln, bevor ein größerer wirtschaftlicher Schaden entsteht.

„Er ist ein Perfektionist“

Jedenfalls läuft die Integration bei Scavo & Elromi gut. Der Syrer Salam Jemou, der seit 2015 in Deutschland lebt, erhält dort von allen Seiten Unterstützung. Er wurde von Susanne Lubos über das Kümmerer-Projekt der Handwerkskammer Ulm betreut und vermittelt. Beim Betriebsbesuch zeigten sich auch Andreas Stoch als Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, SPD-Abgeordneter Martin Rivoir und der wirtschaftspolitische Fraktionssprecher Boris Weirauch beeindruckt von der Situation vor Ort.

Betriebsinhaber Francesco Scavo beschäftigt den 32-jährigen Syrer Jemou und einen weiteren Flüchtling im zweiten Lehrjahr. Scavo: „Er ist einer der besten in der Berufsschule und absoluter Perfektionist bei der Arbeit.“ Haupt­geschäftsführer Tobias Mehlich weist darauf hin, dass Jemou anerkannt ist und daher sprachlich gefördert wird: „Fehlt das, werden alle Förderungen eingestellt. Das muss sich ändern.“

Auch die Betriebe müssten entlastet werden. Sie bräuchten eine Garantie, dass sie ihre ausgebildeten Fachkräfte während und nach der Ausbildung im Betrieb halten dürfen. Die Bürokratie hinter der beruflichen Integration müsse abnehmen. Bei Scavo sind derzeit fünf Arbeitsplätze frei: Krimmer: „Keiner muss Angst haben, dass ihm der Arbeitsplatz weggenommen wird. Integrationswillige Flüchtlinge helfen uns, beim Kunden unsere Arbeit machen zu können.“

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