Islamistischen Terrorismus in Deutschland verbinden viele Menschen vor allem mit dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016 mit 12 Toten. Weltweit haben sich die Anschläge vom 11. September 2001 in den USA ins Gedächtnis eingebrannt.
An die Region Ulm/Neu-Ulm denken dagegen die wenigsten, wenn es um gewaltbereite Islamisten, Dschihad-Kämpfer oder Osama bin Ladens fanatische Anhängerschaft geht. Dabei hatten sich die beiden Donaustädte zu Beginn des 21. Jahrhunderts zu einer Keimzelle radikaler Salafisten entwickelt. Von Ulm und Neu-Ulm aus zogen nicht nur junge Männer in den Tschetschenien-Krieg. Hier radikalisierte sich auch Fritz Gelowicz, ein Deutscher aus Ulm, der in seiner Jugend zum Islam übergetreten war. Der Konvertit wurde später als Anführer der Sauerland-Gruppe verurteilt. Diese Terrorzelle wollte in ihrem Hass auf alles Amerikanische Anschläge auf US-Einrichtungen in Deutschland verüben. „Das Ziel war ganz klar, möglichst viele Amerikaner zu töten“, sagt Lokalreporter Hans-Uli Mayer, der den Fall für die SÜDWEST PRESSE begleitet hat.

Hier gibt es die vierte Folge des Podcasts „Akte Südwest“

Warum ausgerechnet die Region Ulm und Neu-Ulm damals eine Hochburg der Islamistenszene war, welche Hintermänner dabei eine Rolle spielten und wie die Spur zur Sauerland-Gruppe verläuft – darum geht es in der vierten Folge von „Akte Südwest“, dem Kriminalpodcast der SÜDWEST PRESSE. Erörtert wird aber auch, wie junge Deutsche in radikal-islamische Kreise geraten und sich selbst zum Fanatiker und „Gotteskrieger“ wandeln und in welchen Einrichtungen sich dieser Wandel vollzog. In Neu-Ulm war das Multikulturhaus Treffpunkt der Szene, in Ulm das Islamische Informations-Zentrum (IIZ). Hier wurde nicht nur gebetet, sondern für den radikalen Islam und den Dschihad geworben.
Zu Gast ist diesmal Hans-Uli Mayer, Lokalreporter der SÜDWEST PRESSE in Ulm und ausgewiesener Experte für islamistische Umtriebe in der Region. Er hat viele Jahre über die Szene geschrieben und als Gerichtsberichterstatter auch den Prozess gegen die Sauerlandgruppe vor dem Düsseldorfer Oberlandesgericht verfolgt. Vom Ulmer Anführer der Terrorzelle und seinen Komplizen konnte er sich also selbst ein Bild machen. All seine Eindrücke und Recherchen fließen in die neue Podcast-Folge ein, bis hin zu einer Einschätzung der Lage heute.

Hier gibt es alle Folgen von „Akte Südwest“ zum Nachhören

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Unser Experte für die Islamistenszene


Die vierte Folge von „Akte Südwest“ ist ein Fall für unseren Ulmer Lokalreporter Hans-Uli Mayer. Der Journalist (61) arbeitet seit 31 Jahren bei der SÜDWEST PRESSE und ist vor allem als Polizei- und Gerichtsreporter im Einsatz.  Hinweise von Anwohnern zu einer Razzia in Neu-Ulm im Oktober 2001, wenige Wochen nach 9/11, haben ihn auf das Thema radikale Islamisten in der Region Ulm/Neu-Ulm gestoßen – ein Phänomen, das ihn viele Jahre nicht mehr loslassen sollte.