Tagung SWP-Geschäftsführer Thomas Brackvogel: „Keine Trennung zwischen analoger und digitaler Welt“

Journalismus hat seinen Wert: Thomas Brackvogel.
Journalismus hat seinen Wert: Thomas Brackvogel. © Foto: Lars Schwerdtfeger
jon 11.10.2017
Der demographische und digitale Wandel waren Thema beim Treffen der Südwestdeutschen Zeitungsverleger in Ulm

Medien im Zeichen des Wandels – das war eines der zentralen Themen am zweiten Tag des Treffens der Südwestdeutschen Zeitungsverleger in Ulm. Thomas Brackvogel, Geschäftsführer der gastgebenden Neuen Pressegesellschaft, in der auch die SÜDWEST PRESSE (SWP) erscheint, sprach in seinem Eröffnungsvortrag über den gesellschaftlichen Wandel, der sich mit den Oberbegriffen Digitalisierung und Demographie beschreiben lasse.

„Es gibt keine Trennung mehr zwischen der analogen und digitalen Welt“, so Brackvogel. Währenddessen blieben die Medienhäuser zentrale Bausteine der Demokratie. „Das klingt zwar ein wenig pathetisch“, meinte der SWP-Geschäftsführer, „aber der Kern war und ist Journalismus.“ Trotz aller neuen Kanäle der sozialen Medien bleibe das Bedürfnis der Menschen nach seriösen, belastbaren Informationen. „Und es ist an uns, diese Nachfrage zu bedienen“, sagte Brackvogel.

Neue Gruppen ansprechen

Der Redner sprach auch den demographischen Wandel an. Stadtgemeinschaften wie die in Ulm würden sich so anfühlen, als habe sich seit Jahrzehnten nichts verändert, als sei alles stabil. Dabei habe die Stadt einen Migrationsanteil von rund 30 Prozent, an Schulen von bis zu 70 Prozent. Künftig müsse es darauf ankommen, mit Journalismus und den vielfältigen Produkten der Verlage Gruppen und Gemeinschaften zu erschließen, die bisher nicht für Medien ansprechbar seien.

Deshalb gelte es sich die Frage zu stellen, wie Menschen erreichbar sind. „Wir müssen uns bewegen, auf die Suche gehen“, lautete Brackvogels Fazit.

Im Anschluss stellte Kurt Sabathil, Geschäftsführer der Schwäbischen Zeitung, eine neue Imagekampagne der Verleger vor. Unter dem Motto „jedeswortwert.de“ werben die Tageszeitungen damit für wahre Informationen und gegen Fake News. Auch Nichtleser sollen auf diese Weise wieder vom Wert einer geprüften Information überzeugt werden.