Seit mehr als einem Jahr kann man in der ehemaligen Zundeltor-Apotheke in der Olgastraße 143 in Ulm in gemütlichem Ambiente Kaffee und selbstgebackene Kuchen genießen.

Was jedoch nur wenige wissen: „Die Apotheke“ ist seit fast einem Jahr eingetragenes Mitglied der Initiative „Suspended Coffee“. Was bedeutet das? „Man kann bei uns einen Kaffee für jemanden bezahlen, der sich das nicht leisten kann“, erklärt Melanie Henner, neben Judith Garcia Beier Inhaberin der „Apotheke“.

Kaffeespende für Bedürftige

Dieser extra Kaffee wird auf einer Quittung vermerkt, die dann vor der Tür mit einer Wäscheklammer an eine aufgespannte Schnur gehängt wird. Kann sich jemand keinen Kaffee leisten, kann er eine der Quittungen mit in das Café nehmen und bekommt den Kaffee gratis.

Die Quittung für den bezahlten Kaffee wird draußen aufgehängt.
© Foto: Lara Schmidler

„Wir haben die Schnur extra draußen angebracht - vielen ist es vielleicht unangenehm, im Laden danach zu fragen, wo alle zuhören können“, sagt Henner. Leider werde das Angebot nicht so häufig in Anspruch genommen. „Wir haben da auch einfach zu wenig Reichweite. Wir haben es über Social Media beworben, aber bei der Zielgruppe kommt das oft nicht an.“

Zielgruppe: „Alle, die es brauchen“

Zu dieser Zielgruppe zählen nicht nur Hilfsbedürftige wie etwa Obdachlose. Auch beispielsweise Senioren mit niedriger Rente und alleinerziehende Mütter seien eingeladen, das Angebot in Anspruch zu nehmen. „Alle, die sich Kaffee und Kuchen in einem Café nicht so einfach leisten können.“

Mehr Angebot als Nachfrage

An Spendern mangele es nicht. „Es wird viel mehr gespendet, als wir erwartet haben“, sagt Henner. Besonders um die Weihnachtszeit sei das Angebot im vergangenen Jahr stark gestiegen. „Wir haben schon die gratis Kaffees an „Frauen helfen Frauen“ und die Flüchtlingshilfe verteilt. Die sind ja mit hier im Haus und wir hatten viel zu viele Zettel hier hängen.“

Einmal sei eine Frau dagewesen, die nicht genug Geld für einen Kuchen zu ihrem Kaffee dabei gehabt habe. „Da hab ich von draußen einen Zettel für einen Kuchen geholt. Die hat sich da so drüber gefreut. Es ist wirklich für jeden gedacht, der es braucht.“

Dieser Artikel ist in Kooperation mit cityStories Ulm entstanden.

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