Südwestmetall Südwestmetall: Wirtschaft ist am Limit

Ulm / jkl 17.05.2018

„Es ist eine Grenze erreicht, über die es kaum mehr geht.“ Mario Trunzer, Vorsitzender der Südwestmetall Bezirksgruppe Ulm, weiß, dass die Mitglieder des Arbeitgeberverbands hier in der Region über Luxusprobleme sprechen, „aber sie sind da“. Der anhaltende Fachkräftemangel, Engpässe bei Zulieferern und auch die Verkehrslage machten ein weiteres Wachstum fast unmöglich. „Es gibt nicht mehr Transportraum, man bekommt keine Lkw und wenn sie fahren, stehen sie im Stau“, sagte Trunzer gestern bei der Vorstellung der diesjährigen Konjunkturumfrage. „Die Wirtschaft ist an der Decke. Mehr geht nicht mehr.“

Die regionale Metall- und Elektroindustrie verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum von 10,1 Prozent auf knapp 12 Milliarden Euro. „Die Betriebe profitieren von einer guten, stabilen Konjunktur in Deutschland“, sagte Trunzer. Jeder fünfte Betrieb verzeichnete der Umfrage zufolge jedoch einen Umsatzrückgang. „Daraus lässt sich aber kein Trend abzeichnen“, sagte Geschäftsführer Götz Maier. Vielmehr handle es sich dabei um Einzelfälle. Die Vorzeichen für das laufende Jahr seien weiter gut. Diskussionen über Strafzölle bei der Einfuhr in die USA oder die nicht geklärten Handelsbeziehungen mit Iran seien kaum ein Thema in der Region.

Viele unbesetzte Stellen

Vielmehr treibe der Fachkräftemangel die Betriebe weiter um. „Der Arbeitsmarkt ist eng“, sagte Maier. „Die Zahl der offenen Stellen ist so hoch wie noch nie bei uns.“ Zum Jahreswechsel waren 806 Stellen in den Mitgliedsbetrieben unbesetzt. „Vor allem Facharbeiter, aber auch Ingenieure fehlten. Insgesamt zählen die 130 Mitgliedsbetriebe knapp 55 000 Mitarbeiter – ein Zuwachs von 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bereits vor dem Abschluss des Tarifvertrags Anfang des Jahres, der mit einem Plus von 4,3 Prozent für die Arbeitnehmer unterzeichnet wurde, sei der Personalkostendruck unvermindert hoch für die Betriebe gewesen, sagte Trunzer. „Der Abschluss war weder gut noch schlecht. Es ist so wie es ist.“

Flüchtlinge im Elektro- und Metallsektor in Arbeit zu bringen, sei schwieriger als ursprünglich angenommen. Die stellvertretenden Vorsitzenden Thomas Handtmann und Stefan Halder klagten über bürokratische Hürden.

Info An der Konjunkturumfrage 2018 des Arbeitgeberverbands beteiligten sich 80 der insgesamt 130 tarifgebundene Mitgliedsbetriebe aus der Region. Zur Bezirksgruppe Ulm zählen neben Ulm der Landkreis Biberach, der Alb-Donau-Kreis und der südöstliche Teil Sigmaringens.

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