Südbahn-Strecke Südbahn-Strecke zwischen Ulm und Laupheim gesperrt

Elektrifizierung der Südbahn bis Ende 2021
Elektrifizierung der Südbahn bis Ende 2021 © Foto: Oliver Schulz
Ulm / swp/keu/rei 10.09.2018
Ab 10. September ist die Südbahn-Strecke zwischen Ulm und Laupheim dreieinhalb Monate gesperrt. Der SEV läuft am ersten Tag geordnet.

Die Südbahn-Strecke wird im Moment elektrifiziert, deshalb müssen Reisende voraussichtlich noch bis zum 21. Dezember zwischen Ulm und Laupheim auf den Bus umsteigen.

Auf mindestens eine Stunde Fahrzeit zusätzlich müssen sich Fahrgäste im Fernverkehr einstellen. Auch im Nahverkehr ist mit einer halben Stunde zusätzlich zu rechnen. Interregio-Züge die aus Stuttgart kommen, halten in Ulm und Neu-Ulm, von dort müssen Reisende in die Express-Busse umsteigen, die ohne Zwischenstopp nach Laupheim fahren. Im Nahverkehr starten die Ersatzbusse in der Schillerstraße und fahren über das Donautal und Erbach nach Laupheim.

So reagieren die Fahrgäste auf den SEV auf der Südbahn

Am Montag hatten sich die meisten Fahrgäste auf der Strecke schon auf die Busfahrt und die längere Fahrtzeiten eingestellt.

Die beiden Studentinnen Julia Palaoro und Lisa Kausch aus Heidenheim hatten auf ihrer Fahrt nach Friedrichshafen etwa mit mehr Problemen gerechnet. „Ich hab es mir schlimmer vorgestellt, aber es hat alles geklappt“, sagte Palaoro. Trotzdem – sie hätten lieber länger geschlafen, statt zusätzliche Zeit im Bus zu sitzen.

Torsten Rimkus aus der Schweiz war am Montag zufrieden mit dem Ersatzverkehr.
Torsten Rimkus aus der Schweiz war am Montag zufrieden mit dem Ersatzverkehr. © Foto: Pia Reiser

Auch bei Torsten Rimkus, der auf der Fahrt von der Schweiz nach Heidenheim ab Laupheim in den Schnellbus nach Neu-Ulm gestiegen ist, hat am Montag alles geklappt. „Ich wusste nicht, dass Schienenersatzverkehr ist und habe mir erst gestern die Verbindung herausgesucht“, sagt er. Probleme, den SEV-Bus in Laupheim zu finden, hatte er nicht.

Viktoria Rubertus aus Ulm etwa braucht mit ihrem Sohn Leonard nun 48 Minuten statt 20 für ihre tägliche Fahrt nach Laupheim in den Kindergarten und in die Arbeit. Mit Kind und Kinderwagen sei das Busfahren im Schienenersatzverkehr anstrengender, erzählt sie. „Aber die Ausschilderung fand ich super.“

Andreas Kasper, der oft nach Erbach fährt, war von der Vorbereitung der Bahn enttäuscht. „Dafür gebe ich eine 5-, das ist gerade die schlimmste Reise seit Odysseus“, sagte er. Er sei lange am und um den Ulmer Bahnhof herumgeirrt, bis er den Halt der SEV-Busse in der Ulmer Schillerstraße fand.

Den Halt für die Ersatzbusse hat die Bahn direkt am Ende des Fußgängerstegs über die Gleise eingerichtet, am Montag standen dort auch mehrere Menschen mit Warnwesten. Diese sogenannten Reisendenleiter sollen dabei behilflich sein, den richtigen Bus oder Zug zu finden.

Der Fußgängersteg ist inzwischen wieder über die Gleise 2/3 und 7/8 zu erreichen, damit können Reisende sich den langen Umweg um die Baustelle am Bahnhof sparen.

Elektrifizierung bis Ende 2021

Die Strecke Ulm-Laupheim ist der erste von insgesamt fünf Bauabschnitten. Die Bauarbeiten dauern dort bis zum 21. Dezember an. Bis Ende 2021 sollen auf der 120 Kilometer langen Strecke nach Friedrichshafen und weiter bis Lindau rund 4000 Masten errichtet werden. Gleichzeitig werden Brücken gebaut und Kabel verlegt. Rund 225 Millionen kostet die Elektrifizierung.

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