Stückweise zu verkaufen

KÄL 15.07.2014

Das World Wide Web bietet ein unermessliches Bildarsenal. Aus dem bezieht Johann Büsen seine Motive, speichert sie archivierend auf dem Computer, und setzt sie zu bisweilen verwirrend vielfältigen Bildern zusammen. Auf die Leinwand kommen die Kompositionen dann via Pigmentdruck. Solche Drucke zeigt derzeit seine Ausstellung "Neon Vision" in der Neu-Ulmer Galerie im Venet-Haus (Bahnhofstraße 41).

Gestern und heute, real und fiktiv - derlei Eingrenzungen gibt es hier nicht. Alles erscheint gleichwertig, alles gehört zu einem Ganzen, zur Welterfassung, erklärt der in München lebende Künstler sinngemäß.

Der 1984 in Paderborn geborene und an der Hochschule für Künste in Bremen ausgebildete Büsen bedient sich der Fülle des visuellen Angebots, das ihm moderne Medien bieten und das zur Realität des Lebens gehört. Das mag etwas Beliebiges haben, dem Zufall die Tür öffnen. Doch der Träger des Paula Modersohn-Becker Nachwuchs-Kunstpreises thematisiert so gerade die Vielfalt des Realen. Dazu verwendet er einen Stilmix aus Street Art, Comic und surrealer bis phantastischer Malerei. So kommt es, dass Wolfgang Laib beim Sammeln von Blütenstaub nahe einer Szene mit dem Comic-Helden Superman zu erkennen ist, der wiederum unweit eines mittelalterlich gekleideten Pestarztes agiert. . .

Es passt zu dieser offenen Bildkonstruktion, was sich Künstler und Galeristen für ein sehr großes Bildformat ausgedacht haben: dieses nämlich stückweise zu verkaufen. Mit vorgefertigten leeren Rahmen kann sich der Besucher einen Ausschnitt aus dem Ganzen reservieren. Am Ende der Ausstellung wird dieser dann ausgeschnitten. (bis 1. August, Mi-Fr 16-19 Uhr).

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