Ulm / SWP

Aus der Studie "Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland" lassen sich Kennziffern für die Stadt Ulm ableiten. Dies teilt das Pestel-Institut in Hannover mit, das die Studie im Auftrag einer Wohnungsbau-Initiative erstellt hat, zu der die IG Bauen, der Mieterbund und Verbände von Architekten, Baustoffhändlern und Wohnungsbauern gehören. Demnach haben 7570 Haushalte einen Anspruch auf eine Sozialwohnung in Ulm. Es handelt sich um Haushalte mit niedrigen Einkommen wie Hartz-IV-Empfänger, Wohngeldbezieher, erwerbsunfähige und ältere Menschen.

Die Studie hat ergeben, dass pro 1000 Einwohner 62 Sozialwohnungen benötigt werden. Der Ulmer Bedarf liege im Bundesdurchschnitt. "Aber längst nicht jeder, der einen Anspruch auf eine Sozialwohnung hat, hat auch die Chance, eine zu bekommen. In ganz Baden-Württemberg sieht es schlecht aus: Landesweit stehen nur für 13 Prozent der betroffenen Haushalte Sozialmietwohnungen zur Verfügung", berichtet Matthias Günther von Pestel.

Zuletzt seien in Baden-Württemberg viele Sozialwohnungen vom Markt verschwunden. Es klaffe eine enorme Lücke. Die Auftraggeber der Studie fordern einen Masterplan, um dem Abbau bei Sozialwohnungen entgegenzuwirken. Neben dem Neubau komme dabei auch der Ankauf von Belegungsrechten - also die Schaffung von Sozialwohnungen auf Zeit - in Frage.