Das Konzept "Service Learning" stammt aus den USA, wo das ehrenamtliche Engagement während des Studiums seit langem fest verankert ist. Die Verbindung von universitärer Theorie mit gemeinnütziger Praxis erweitert die Kompetenz der Studierenden - und zugleich geben sie für das Privileg, studieren zu können, der Gesellschaft auch etwas zurück. Auch in Deutschland ist "Service Learning" mittlerweile an vielen Unis, Hochschulen und Schulen zu Hause - nun auch an der Uni Ulm.

Initiator ist das Institut für Psychologie und Pädagogik. Dort ist Claudia Rodopman für die Planung und Koordination der "Service Learning"-Projekte zuständig. Nachdem mit dem "Netzwerk für Demokratie und Courage" (NDC) ein erster Kooperationspartner gefunden war, warb Claudia Rodopman in einem Vortrag für das Angebot - mit großem Erfolg: Es bewarben sich weit mehr Studierende um die Teilnahme, als es Plätze gab, so dass die 18 Teilnehmer für das Engagement beim NDC in Bewerbungsgesprächen gefunden werden mussten.

Das bundesweit agierende NDC hat sich zur Aufgabe gemacht, gegen diskriminierendes und rassistisches Gedankengut an Schulen, Berufsschulen und Jugendeinrichtungen aufzutreten und demokratiefördernde Bildungsarbeit zu leisten. Bei ihren - für die Schulen kostenlosen - Projekttagen ermutigen sie Jugendliche zu couragiertem und demokratischem Handeln. Die Konzepte sind auf verschiedene Ziel- und Altersgruppen ab der 8. Klasse ausgerichtet.

Um sich für ihren Einsatz vorzubereiten, erhielten die Premieren-Teilnehmer zunächst eine Schulung und absolvierten eine Hospitation bei einem NDC-Projekttag, bevor sie einen Projekttag selbständig durchführten. Eine der Ulmer Teilnehmerinnen ist Maria Ott. Die 23-jährige Psychologie-Studentin gehörte zu den ersten fünf Studierenden, die nach Stuttgart fuhren. "Besonders meine Hospitation in der 8. Klasse eines Gymnasiums war eine schöne Erfahrung", sagt sie. "Die Schüler waren unheimlich offen und haben alles sehr positiv aufgenommen."

Jetzt starten die ersten Projekttage in Ulm: am Schubart-Gymnasium, an der Anna-Essinger-Realschule und am Anna-Essinger-Gymnasium. Maria Ott ist auf jeden Fall dabei: "Ich freue mich darauf, endlich geht es auch in Ulm los."