Was eine achtspurige Adenauerbrücke betrifft, scheint es in der Neu-Ulmer Politik einen Konsens zu geben. Sprecher von CSU, SPD und FDP sind sich mit OB Gerold Noerenberg einig, dass das sinnvoll sein könnte - vor allem was den Lärmschutz angeht. Die Ulmer CDU wehrt sich dagegen: "Eine Ertüchtigung der Adenauerbrücke auf acht Spuren ist eine Einladung an ganz Süddeutschland, den kürzesten und breitesten Weg mitten durch die Ulmer City zu nehmen", schreibt der Fraktionsvorsitzende Thomas Kienle. Die CDU begrüßt aber die durch das Staatliche Bauamt in Krumbach rechtzeitig vor 2018 eröffnete Diskussion.

Die Ulmer Christdemokraten fordern, die technische Machbarkeit und die Kosten für eine vierte Donaubrücke zwischen Offenhausen und Pfuhl prüfen und beziffern zu lassen. Fakt ist aber auch, dass diese vierte Donaubrücke im Verkehrsentwicklungsplan 2025 beider Städte unlängst erst vom Ulmer Gemeinderat einstimmig als Maßnahme eingestuft wurde, die nicht weiterverfolgt werden soll. Der gemeinsame Beschluss in den beiden Stadtratsgremien von Ulm und Neu-Ulm soll erst Anfang 2014 gefasst werden.

Das Staatliche Bauamt Krumbach plant  für 2018 den Ersatz der maroden Adenauerbrücke durch ein achtspuriges Bauwerk - in Fahrtrichtung Ulm mit zwei Fahrbahnen in den Westringtunnel hinein und mit zwei Abbiegespuren nach Ulm. In Fahrtrichtung Neu-Ulm soll es bei einer Abbiegespur zur Wiblinger Straße hin bleiben, aber drei Geradeaus-Spuren geben. Dabei wollen die Verkehrsplaner in Krumbach durch ein Verkehrsgutachten herausfinden lassen, ob die B 10 bis zur Anschlussstelle Neu-Ulm/Mitte um eine Fahrbahn erweitert werden kann.

In dieser Frage gehen die Meinungen in Neu-Ulm weit auseinander. Waltraud Oßwald (CSU) will den sechsspurigen Ausbau der B 10 "nicht gleich vom Tisch bügeln, wenn sich dann der Lärmschutz im Villenviertel verbessert". Ins gleiche Horn stößt Alfred Schömig (FDP). Die jetzigen Lärmschutzwände würden nichts taugen. "Warum also kein Ausbau, wenn Platz vorhanden ist und niemand enteignet werden muss?", fragt sich der FDP-Politiker. Der Neu-Ulmer OB ist strikt dagegen, dafür sei schlicht und einfach kein Platz vorhanden, es sei denn, man würde in die Besitzverhältnisse an dieser Trasse eingreifen.

Auch SPD-Stadtrat Alfred Westermayer ist gegen den achtspurigen Ausbau. Das ziehe mehr Verkehr auf die B 10. Er will den Durchgangsverkehr reduzieren und fordert Umfahrungshinweise über die A 7 schon in Dornstadt und Hittistetten. Rainer Juchheim von den Neu-Ulmer Grünen denkt laut darüber nach, die B 10 nach der Adenauerbrücke in einen Tunnel zu verlegen, "dann von mir aus auch sechsspurig". Das sei eine uralte Forderung der Grünen, geboren schon vor 20 Jahren.

Ähnlich indifferent ist die politische Lage, was die Diskussion über eine vierte Donaubrücke zwischen Offenhausen und Pfuhl betrifft. Der Neu-Ulmer OB hält das für einen schlechten Scherz, er ist dagegen - wie auch die CSU-Fraktion. Der Grüne Juchheim bezeichnet das als "Käse". Die Ulmer CDU scheint genau für diese Überlegung in der Neu-Ulmer SPD einen Verbündeten zu haben. Auch die Sozialdemokraten liebäugeln mit der neuen Brücke. Dazu Alfred Westermayer: "Das will aber die Ulmer Verwaltung nicht haben." Vom Ulmer Baubürgermeister Alexander Wetzig sei die Aussage bekannt, er werde mitten in der Donau eine Mauer hochziehen, sollten die Neu-Ulmer die vierte Donaubrücke vorantreiben.