Erinnerung Gunter Demnig verlegt 21 neue Stolpersteine in Ulm

 Gunter Demnig verlegt einen Stolperstein im Frauengraben 47.
Gunter Demnig verlegt einen Stolperstein im Frauengraben 47. © Foto: Volkmar Könneke
Ulm / Mareike Hauser 13.07.2018
Künstler Gunter Demnig hat am Freitag 21 neue Stolpersteine in Ulm verlegt. Die Steine erinnern an Ulmer Opfer des NS-Regimes.

Inzwischen gibt es 94 Stolpersteine in Ulm und Neu-Ulm. Der Kölner Künstler Gunter Demnig hat am Freitag 21 weitere verlegt. Die Steine erinnern an Ulmer Opfer des NS-Regimes und lassen Fußgänger gedanklich stolpern. Die Bürger-Initiative „Stolpersteine für Ulm“ holte im Mai 2015 erstmals den Künstler in die Stadt.

Die Erinnerung am Leben erhalten

Am Freitag verlegte Demnig bereits zum sechsten Mal Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern der Ulmer Opfer. Die neuen Steine erinnern an jüdische Familien, Widerstandskämpfer und Opfer der „Aktion T4“. Der Ulmer Bürger-Initiative ist es wichtig, die Biografie der Opfer aufzuarbeiten und zu verbreiten. Soweit es möglich ist, arbeiten sie dafür eng mit Angehörigen der Opfer zusammen.

Stolpersteine in der Kritik

Demnig erfand die Stolpersteine 1992 und verlegte sie bereits in mehr als zwanzig Ländern. Die Steine gelten als größtes dezentrales Mahnmal der Welt. Das Projekt sorgt teilweise auch für Kritik. 2014 beklagte sich Daniel Killy, Sprecher der jüdischen Gemeinde Hamburg, in der „Jüdische Allgemeine“ über die Kunstaktion. Die Steine wären zu einem Millionengeschäft geworden, bei dem Demnig stark profitieren würde. Um die 69.000 Steine wurden für je 120 Euro von Demnig verlegt. Finanziert werden die Steine von Paten oder Initiativen wie „Stolpersteine für Ulm“.

In München sind Demnigs Stolpersteine auf öffentlichem Grund verboten. Das beschloss der Stadtrat im Juli 2015. Die Steine wären nicht würdig genug, da Menschen buchstäblich auf ihnen herumtrampeln. Die Stadt entschied sich für eine Würdigung in Form von Gedenktafeln an den Wohnhäusern der Opfer.

Steine für ganz Europa

Trotz Kritik läuft die Kunstaktion weiter. Demnig wird dieses Jahr 70. Aufhören wird er aber so schnell nicht. Bis Oktober verlegt er fast täglich Steine in Deutschland, Österreich, Ungarn, Tschechien und der Slowakei. Eine Übersicht über bereits verlegte Stolpersteine werden in einer Open Street Map festgehalten.

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