Festival 20. April - Start der Literaturwoche Donau

Sie organisieren die Literaturwoche: die Ulmer Verleger Rasmus Schöll (links) und Florian L. Arnold.
Sie organisieren die Literaturwoche: die Ulmer Verleger Rasmus Schöll (links) und Florian L. Arnold. © Foto: Lars Schwerdtfeger
Ulm / Von Helmut Pusch 28.03.2018

Auch wenn sie schon oft tot gesagt wurde: Literatur ist in. Zumindest wenn man den Machern der Literaturwoche Donau 2018 glauben will. „Es gibt zwar weniger Leser, aber die lesen mehr als früher“,  sagt Rasmus Schöll. Der Verleger treibt mit dem Autor Florian L. Arnold den Verlag Topalian & Milani und die Literaturwoche Donau um. Der Name ist schlichte Untertreibung, denn diesmal dauert diese Woche zehn Tage und startet am 20. April.

Dabei haben Schöll und Arnold diese 6. Auflage des Literaturfestivals etwas eingedampft. „Das letzte Mal waren es zwei Wochen, das ging schon an die Substanz“, sagt Schöll.  „Zudem fehlen uns die Sponsoren für so eine lange Strecke“, sagt Arnold. Denn auch wenn die Literaturwoche überregional bei den unabhängigen Verlagen längst einen guten Namen habe und von der Kurt-Wolff-Stiftung („ein Ritterschlag“) gefördert wird,  bei den Ulmer Firmen habe sich das  noch nicht herumgesprochen.

Wobei sich die Initiatoren nicht über mangelndes Publikumsinteresse beklagen können. Mehr als 3000 Besucher waren es im vergangenen Jahr. „Von unseren Autoren hören wir auch immer wieder, dass sie bei uns mehr Publikum hatten als in den meisten Großstädten.“ Und das Publikum in Ulm ist auch jünger als in den meisten anderen Städten. Zum einen, weil die Literaturwoche Autoren und Texte ganz locker präsentiere – an ungewohnten Orten. Etwa auf dem Münsterturm, wo Stadtschreiberin Sudabeh Mohafez am 29. April einen während der Literaturwoche entstandenen Text vorstellen wird.

Für Arnold gehen die Ursachen tiefer. „Die Leute haben  genug von den ganzen Oberflächen der sozialen Medien. Das ist ihnen zu seicht. Das reicht nicht für Herz und Hirn. Sie wollen Inhalte, und die bekommen sie bei uns.“ Was Arnold so sicher macht: „Wir präsentieren ja Bücher und Autoren von kleinen unabhängigen Verlagen. Und die arbeiten eben anders. Weil das Geld fehlt, wird jedes Projekt mehrfach überprüft, genau durchleuchtet. Und erst wenn alle Beteiligten ihr Okay geben, wird ein Projekt realisiert.“

Apropos kleine Verlage: Mit denen sind die Ulmer nicht nur auf den Messen in Frankfurt und Leipzig im Gespräch, Schöll und Arnold haben diese auch zu einer eigenen kleinen Messe eingeladen. 19 Verlage werden am 28. April in der Villa Rot in Burgrieden und am 29. April in der Ulmer Museumsgesellschaft ihre Programme präsentieren – vom Tübinger Verlag Klöpfer & Meyer bis zu Moloko Print und Round not Square, ein Verlag, der keine Bücher macht, sondern Schriftrollen, und dessen Arbeiten vom 5. bis 29. April auch in einer Ausstellung im Künstlerhaus zu sehen sein werden.

Dieses Jahr sind auch mehr internationale Autoren bei der Literaturwoche zu Gast, wie etwa der Autor des Eröffnungsabends am 20. April in der Museumsgesellschaft, der Argentinier Hernan Ronsino, der in Südamerika längst ein Star ist. Er wird von Übersetzer Luis Ruby begleitet. „An diesem Abend wollen wir auch die Frage stellen, wie man solche Texte übersetzt.“ Am 21. April kommen der georgische Autor Zurab Karumidze und sein Übersetzer Stefan Weidle, und am 22. April liest Jonas Lüscher in der Stadtbibliothek aus seinem Roman „Kraft“, der es 2017 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises schaffte.

Karten im Vorverkauf

Programm Der Flyer der Literaturwoche Donau 2018 liegt in allen Kultureinrichtungen  aus. Das komplette Programm gibt es im Internet unter www.literatursalonulm.com

Tickets  Der Festivalpass (20. bis 29. April) kostet 60 Euro. Es gibt aber auch auch für einzelne Abende ab sofort Karten im Vorverkauf –  unter anderem beim Kartenservice der SÜDWEST PRESSE, in der  Buchhandlung Aegis, in der Stadtbibliothek und online unter www.ulmtickets.de

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