Ulm Stiftung Jüdisch-Deutsches Kulturzentrum Ulm gegründet

Ihre fünfte Stiftung ist ihr Geburtstagsgeschenk für andere: Helma Fink-Sautter.
Ihre fünfte Stiftung ist ihr Geburtstagsgeschenk für andere: Helma Fink-Sautter. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / VERENA SCHÜHLY 27.02.2014
Seit am Mittwoch gibt es die Stiftung Jüdisch-Deutsches Kulturzentrum Ulm, um Begegnungen zwischen Menschen zu fördern. Stifterin und Ideengeberin ist Helma Fink-Sautter, private Wohltäterin und Ulmerin.

"Die Deutschen haben am jüdischen Volk einiges gutzumachen." Dieser Überzeugung ist Helma Fink-Sautter - und belässt es nicht bei Worten, sondern setzt sie in die Tat um. Und so wurde am Mittwoch, an ihrem 90. Geburtstag, die Stiftung Jüdisch-Deutsches Kulturzentrum Ulm aus der Taufe gehoben, um Begegnungen von jüdischen und nichtjüdischen Menschen in Ulm und der Region zu fördern. "Man weiß zu wenig voneinander. Wenn sich die Menschen kennen und wertschätzen lernen, hören der Hass und die gegenseitigen Vorbehalte auf", sagt die Jubilarin. Sie hat die Stiftung mit einem Kapital von 100.000 Euro ausgestattet.

Der Stiftungszweck ist "die Förderung der Religion, Kultur, Bildung und Forschung sowie mildtätige Zwecke im Kontext des Dialogs zwischen den jüdischen und den überwiegend christlichen Bürgern der Stadt Ulm, Neu-Ulm und Umgebung". Dieses Ziel soll erreicht werden durch Begegnungen von jüdischen und nichtjüdischen Menschen bei kulturellen und religiösen Projekten und bei öffentlichen Veranstaltungen, insbesondere im jüdischen Gemeindezentrum am Weinhof. Des weiteren sollen Preise für "schulische, wissenschaftliche oder künstlerische Arbeiten zum Verhältnis von Juden und Nichtjuden in Ulm (und Umgebung)" ausgeschrieben werden. Und es soll Stipendien für jüdische Studenten in der Region sowie für nichtjüdische Studierende in Israel geben.

Im Stiftungsvorstand sind Barbara Traub von der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württemberg (IGRW), Matthias Hambücher als katholischer Dekan und Ernst-Wilhelm Gohl als evangelischer Dekan sowie zu Lebzeiten die Stifterin.

Beim Festakt am Mittwoch Abend im jüdischen Gemeindezentrum sagte Barbara Traub: "Die Stiftung ist uns eine Verpflichtung, den Weg des Dialogs intensiv weiterzugehen." Und sie sagte Helma Fink-Sautter herzlich danke dafür, dass "Sie in Ihrem Leben auf Dinge verzichtet und gespart haben, damit sich uns jetzt solche Möglichkeiten eröffnen".

OB Ivo Gönner nannte die Jubilarin eine "Ausnahme-Bürgerin", die in bester Ulmer Tradition durch ihre Stiftungen für ihre "Herzensangelegenheiten sorge".

Dekan Gohl merkte an, dass der Name der Stiftung nicht jüdisch-christliches, sondern jüdisch-deutsches Kulturzentrum Ulm lautet: "Das heißt, es geht auch um die Erinnerung an die dunkle Zeit, in der unsägliches Leid geschehen ist." Helma Fink-Sautters "phantastische Initiative" unterstütze die Bemühungen um das gelingende Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen in der Stadt. Gohl: "Es ist ein breites Spektrum an Begegnungen denkbar und möglich - am Geld liegt es jetzt nicht mehr."

Zur Person vom 27. Februar 2014
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