Sternsinger Eselsberg: 66 Sternsinger sind unterwegs

Sie wollen Menschen in Not helfen: In den kommenden Tagen sind die Sternsinger Franziska, Felicia, Leo, Jonas und Merle (von links) am Eselsberg unterwegs.
Sie wollen Menschen in Not helfen: In den kommenden Tagen sind die Sternsinger Franziska, Felicia, Leo, Jonas und Merle (von links) am Eselsberg unterwegs. © Foto: Oliver Schulz
Ulm / Lisa Maria Sporrer 05.01.2018
Am Freitag starten am Eselsberg 66 Kinder, um den Menschen Segen zu bringen und gleichzeitig für Hilfsprojekte Geld zu sammeln.

Die Garderobe sitzt. Krone, Umhang, Kopftuch und Stern sind ausgesucht – so ziehen ab Freitag 66 Kinder, aufgeteilt in 19 Gruppen, am alten und neuen Eselsberg durch die Straßen und bringen den Neujahrssegen in die Häuser. Anfang Januar ist die Zeit der Sternsinger, und in den Suso-Gemeinden St. Maria Suso und St. Klara wird seit Oktober für die drei Tage um den Dreikönigstag geplant. Seit fünf Jahren bilden die Ehrenamtlichen das Sternsingerteam am Eselsberg, vorher hatte dies über 25 Jahre lang Gerhard Matuschek gemacht – ebenfalls ehrenamtlich.

„Wir sind in diesem Jahr gut aufgestellt“, sagt Ulrike Beilenhoff, die die Gruppen einteilt. Am neuen Eselsberg gab es nie Mangel an Sternsingern. Lediglich am alten Eselsberg hätten sich in den vergangenen Jahren zu wenige Kinder gefunden, um an allen Häusern zu klingeln und als Caspar, Melchior und Balthasar die Buchstaben „CMB“ an die Haustür zu schreiben: Christus mansionem benedicat – Christus segne dieses Haus.

„Aber in diesem Jahr haben wir drei neue Gruppen für das Gebiet“, freut sich Beilenhoff. In insgesamt 27 Sammelgebiete wurde der Eselsberg kartografisch aufgeteilt. Seit Herbst wurden Kinder gesucht, die im Auftrag des Kindermissionswerks in Aachen, das die Sternsingeraktion initiiert, mit dem Neujahrssegen Geld für benachteiligte Menschen sammeln. „Es ist so einfach, anderen Kindern zu helfen“, sagt die zehnjährige Felicia Kögel, die sich im Gemeindehaus der Klarakirche aus dem Vorrat an selbstgenähten Umhängen ihre Verkleidung ausgesucht hat. Viele der Kinder laufen seit Jahren mit, Felicia seit ihrem dritten Lebensjahr. Auch Merle Splettstößer, ebenfalls zehn Jahre alt, ist das Sternsingen schon gewohnt und auch sie will, ebenso die gleichaltrige Franziska Beilenhoff, Kindern in Not helfen. „Außerdem macht es auch Spaß, zu den Menschen zu gehen“, sagt Franziska. Drei Tage haben die Sternsinger dafür Zeit. Manche Gruppen laufen an einem Tag ihr gesamtes zugeteiltes Gebiet ab, „Kampflaufen von morgens bis abends“ nennt der 14-jährige Leo Beilenhoff das.

Vielen Menschen müsse man den christlichen Brauch erst erklären, doch auch Nicht-Christen seien meistens aufgeschlossen, erzählt der 13-jährige Jonas Kögel: „Es gibt teilweise echt tolle Begegnungen.“ Und auch die Kinder und Jugendlichen, die sich am Samstagabend in der Klaragemeinde treffen, um sich den Film der diesjährigen Aktion gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit anzusehen, Pizza zu essen und Geld zu zählen, sollen einen Abend voller toller Begegnungen erleben.

Die offizielle Aussendung der Sternsinger findet am Samstag um 11.30 Uhr in der Klarakirche am neuen Eselsberg statt. In Lehr findet ebenfalls am Samstag die Sternsinger-Aussendung statt, gestaltet als ökumenischer Gottesdienst um 10.15 Uhr. Am gleichen Tag werden, ebenfalls mit einem ökumenischen Gottesdienst, die Sternsinger in Mähringen entsandt, dort um 11.30 Uhr.

Rund 20.000 Euro sammeln die Susogemeinden, bestehend aus den Teilgemeinden Eselsberg, Lehr und Mähringen, jedes Jahr bei der Sternsingeraktion. Gedacht ist das Geld nicht nur für das jeweilige Motto des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ mit Sitz in Aachen, das in diesem Jahr lautet: „Segen bringen, Segen sein. Gemeinsam gegen Kinderarbeit – in Indien und weltweit.“ Sondern auch einzelne Projekte der Gemeinden können bedacht werden.

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