Ulm Stellenabbau im EADS-Werk bleibt diffus

Armin Maier-Junker: Nachricht Personalabbau kommt zur Unzeit. Foto: Betriebsrat
Armin Maier-Junker: Nachricht Personalabbau kommt zur Unzeit. Foto: Betriebsrat
Ulm / REGINA FRANK 12.12.2013
Damoklesschwert Personalabbau: Die Ulmer Radarspeziali-sten in der Wörthstraße wissen nicht, ob und in welchem Maße sie betroffen sind.

"In der Vorweihnachtszeit schlägt so etwas noch härter ein als sonst", sagt der Betriebsratsvorsitzende am Ulmer EADS-Standort in der Wörthstraße, Armin Maier-Junker. Wenn die Kollegen erschöpft in den Weihnachtsurlaub fallen, wären perspektivische Gedanken angemessener. "Statt Perspektiven gibt es Unsicherheit und Angst."

Der Konzern hat gerade verkündet, europaweit 5800 Stellen abbauen zu wollen. In Deutschland 2600. Zuvor kursierte eine Gesamtzahl von 8000. Eine Entwarnung angesichts der niedrigeren Zahl sieht der Betriebsratschef aber nicht, zumal die Angabe diffus sei. Denn für Ulm gebe es keine konkrete Zahl. Für die Kollegen sei unklar, ob sie selbst betroffen sein werden oder ihr Arbeitsumfeld. Maier-Junker hätte sich auch eine Aussage derart gewünscht, dass die Strukturveränderungen ohne betriebsbedingte Kündigungen ablaufen werden. Ein weiterer Umbau indes würde von den Kollegen grundsätzlich mitgetragen. "Wir sind das gewohnt."

Der Standort Ulm der Verteidigungs- und Sicherheitssparte des EADS-Konzerns, der seit geraumer Zeit Cassidian heißt, nimmt eine Schlüsselrolle ein und gilt mit seinem speziellen Knowhow als Radar-Hochburg. Nach letzten Informationen sind dort 2800 Mitarbeiter beschäftigt. Der Standort sei gut aufgestellt, berichtet Maier-Junker. Die Auslastung sei "halbwegs vernünftig". Und die Effizienz habe der Konzern schon in mehreren Schüben gesteigert. Das Werk hatte vor 25 Jahren noch 6000 Mitarbeiter. In den vergangenen zehn Jahren bewegte sich die Zahl zwischen 2500 und 3000. In den vergangenen zwei Jahren seien 100 Stellen in indirekten Bereichen (unter anderem in der Verwaltung) abgebaut worden. In Ulm weiter Personal zu reduzieren würde Geschäfts- und Umsatzverluste bedeuten, meint die Gewerkschaft IG Metall in Ulm.