Kuhberg? Klar! Eselsberg, Michelsberg, Safranberg und Galgenberg? Auch klar! Diese Berge kennt jeder Ulmer. Wo aber bitte soll der Ölberg sein? Tja, selbst ganz alte Ulmer zucken nur mit den Schultern. Des Rätsels Lösung: Der Ulmer Ölberg ist eine spätmittelalterliche plastische Darstellung der biblischen Ölberg-Szene: der betende Jesus, umgeben von den schlafenden Jüngern. 1807 wurde der Ölberg, der auf dem Südlichen Münsterplatz am Zugang zum Friedhof stand, abgetragen. Maurermeister Leonhard Schäfer war mit dem Abbruch beauftragt worden, 360 Gulden sollte er erhalten. Ein beträchtlicher Betrag. Über den Verkauf der Steine sollte Schäfer dann bezahlt werden, doch: Der Ulmer Rat hatte sich verrechnet, die als Baumaterial gedachten Steine gingen nur schleppend weg. Noch Jahre später klagte der Maurer, dass ihm Teile des Lohns vorenthalten worden seien.

Dr. Anne-Christine Brehm hat diese kleine Episode in Rats­protokollen gefunden. Besser noch: Der Bauhistorikerin vom Karlsruher Institut für Technologie gelang es, ein paar im Münster aufgefundene Werksteinstücke dem Ulmer Ölberg zuzuordnen. Entdeckt hatte die Steine Bauhüttenmeister Andreas Böhm. Die einen lagen in einer Nische über dem Chorgewölbe, die anderen auf einer Empore in der Christuskammer im Südlichen Chorturm, die dritten in der unteren Modellkammer, zwischen Gipsabgüssen von Münsterbaumeistern und Kreuzblumen.

Christus und der schlafenden Jünger

Brehm datierte die Fragmente auf Ende 15./Anfang 16. Jahrhundert; klar war ihr auch auf Anhieb die Herkunft eines Teils der Werkstücke: Sie konnten nur vom Ulmer Ölberg stammen, zeigen sie doch plastisch herausgearbeitete Steine, großen Flusskieseln nicht unähnlich. „Die Steine bildeten den Fels, auf dem die Figuren des betenden Christus und der schlafenden Jünger angebracht gehören“, schreibt die Architektin im Beitrag über ihre Entdeckung im gerade erschienen Band 60 „Ulm und Oberschwaben“.

Ungleich komplizierter war die Zuordnung jener Steine, die zum Teil gut erhaltenes Blendmaßwerk in Fischblasen-Optik und roten Farbfassungen aufweisen. Wohin gehören sie? Von wem stammen sie? Brehms kriminalistisches Gespür („das macht unheimlich Spaß“) führte sie ebenfalls zum Ölberg, sprich: zur Entwurfszeichnung von Matthäus Böblinger aus dem Jahr 1474. Und „ihren Böblinger“ kennt sie aus dem Effeff. Vor Jahren schon hatte sich die 37-Jährige für das Forschungsprojekt „Architektur der Gotik. Ulm und Donauraum“ mit dem Ulmer Münster beschäftigt – und mit der Ulmer Sammlung mittelalterlicher Architekturzeichnungen. Dazu zählt eben auch Böblingers Ölberg, „eine äußerst filigrane Konstruktion. Böblinger war ein Ästhet“, schwärmt Münsterbaumeister Michael Hilbert.

Ähnlich begeistert über den Entwurf des aus Esslingen stammenden Steinmetzen dürfte auch der Ulmer Rat gewesen sein. Gerade mal drei Jahre später, 1477 also, wurde Böblinger zum Münsterbaumeister bestellt ­ – „der Ölberg war das Referenzstück, eine Art Bewerbungsschreiben. Der Rat hat die Qualitäten Böblingers erkannt“, ist sich Hilbert sicher. Für den Ulmer Ölberg bedeutete die Beförderung Böblingers aber: Münster first! Die biblische Darstellung auf dem Südlichen Münsterplatz wurde auf die lange Bank geschoben. Fast vier Jahrzehnte später, anno 1514, beschloss der Rat, „man sol den Ölberg mitten uff de kirchhof seczen“. Doch das Setzen selber dauerte und dauerte; die Rahmenarchitektur, mit der Böblinger in gewisser Weise den Turmhelm des Münsters vorwegnahm, war komplex.

Stichwort: Rahmenarchitektur. Anne-Christine Brehm verglich jene mit Blendmaßwerk verzierten Steine mit Böblingers Ölberg-Entwurf – und siehe da! Sie stellten sich als Fragmente zweier Strebepfeiler heraus. Wobei das Blendmaßwerk in natura um einiges komplexer war als auf der Zeichnung, denn die Steinmetze packten noch einen Schwierigkeitsgrad drauf. „Dass die Pläne 1:1 umgesetzt wurden, war nur selten der Fall“, sagt die Bauhistorikerin. Das heißt: Die Steinmetze spiegelten das Muster kurzerhand und machten aus zwei Fischblasen vier.“

1526 wurde der Ulmer Ölberg endgültig fertiggestellt – und das zu einer Zeit, da die Reformation auf dem Vormarsch war. Doch die Ratsherren reagierten zunächst ulmisch-zurückhaltend, also pragmatisch, sagt Dr. Gudrun Litz vom Stadtarchiv Ulm. „Deren Motto lautete: ,Jetzt haben wir das gerade bezahlt, jetzt bleibt das auch stehen’.“ Nachdem sich die Ulmer 1531 mehrheitlich für die Reformation entschieden hatten, wurden zwar Bilder und rund 50 Altäre aus dem Münster entfernt. Aber erst drei Jahre später sollte es Christus und den Jüngern an den Kragen gehen: Nach Klagen von Bürgern, dass am Ölberg gebetet worden sei und Kerzen entzündet wurden, ließ der Rat die Figuren aus dem Ölberg entfernen.

Zweifel aber bleiben

Nicht unerwähnt bleiben soll der „Fenstersturz von Ulm“, wenn man den Zwischenfall aus dem Jahr 1529 so bezeichnen will. Zwei Frauen hatten die Christusfigur aus dem Ölberg gestohlen und sie zu einem „Gunkelhaus“, einer Webstube mit etwas anrüchigem Charakter, in der sich Spinnerinnen und junge Männer trafen, gebracht. Dort wurde die Figur auf eine Probe gestellt, berichtet Gudrun Litz aus dem Geständnis von Anna Mentzen, einer der beiden Frauen. Wenn die Figur Christus sei, könne sie sich selber helfen, habe einer der beteiligten Männer gesagt und die Figur aus dem Fenster gestoßen. Was von dem Vorgang zu halten ist? „Nun, die Quelle gibt es, das Geständnis, der Akt der Entweihung, ist so notiert“, sagt die Fachfrau fürs Mittelalter. Zweifel aber bleiben. Denn der Christus müsste Tonnen gewogen haben, „selbst, wenn die Figur aus Holz gefertigt war, dann hätte sie einiges auf die Waage gebracht“.

Bleibt die Frage, was mit den Steinen vom Ölberg geschehen ist. Anne-Christine Brehm ist sich sicher, „dass sich weitere Fragmente versteckt in Mauerwänden von Ulmer Häusern finden“. Was das heißt, ist klar: Gehen Sie auf die Suche!

asdasdasd


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