Unsere Fachlehrerin Frau Griesinger organisierte uns – nachdem wir schon eine Exkursion ins Bundeswehrkrankenhaus und ins Dialysezentrum unternommen hatten – auch einen Besuch im Kreißsaal der Uniklinik Ulm am Michelsberg. Wir sind eine Berufsschulklasse der Ferdinand-von-Steinbeis-Schule Ulm und werden zu Medizinischen Fachangestellten ausgebildet.

Im Kreißsaal angekommen, wurden wir sehr herzlich von der Hebamme Marion Coniglio empfangen. Sie erzählte zuerst von ihrem beruflichen Werdegang, denn sie arbeitet schon fast 30 Jahre im Kreißsaal, hat selber zwei Kinder und gibt in Grundschulklassen Sexualunterricht. Früher hat sie als Hebamme auch Heimbesuche gemacht.

Sehr kurzweilig erfuhren wir von Frau Coniglio, wie alles abläuft, bis das Kind geboren ist: Wenn die werdende Mama mit Wehen oder Schmerzen kommt, wird sie zuerst in einen Behandlungsraum gebracht und mindestens 30 Minuten lang ein CTG, das die Herztöne des Kindes und die Wehen der Mutter aufzeichnet, angelegt. Dann wird die Gebärende in den Kreißsaal gebracht. Das Bett dort besteht aus mehreren Teilen, die man alle separat verstellen kann. Die werdende Mama kann sich somit ihre Position aussuchen: sie kann stehen, knien, sitzen oder liegen. Die Mama darf selbst entscheiden, wie sie gebären möchte, auch eine Wassergeburt ist möglich.

Aufgaben einer Hebamme

In der letzten Geburtsphase löst sich langsam die Plazenta von der Gebärmutterwand und wird durch den Geburtskanal ausgestoßen, dies nennt man die Nachgeburt. Die Plazenta wird dann von der Hebamme auf Vollständigkeit untersucht. Wir konnten uns ebenfalls eine Plazenta anschauen und diese auch anfassen. Das war für uns sehr interessant und wir werden uns bestimmt lange daran erinnern.

Frau Coniglio erzählte uns noch über den Beruf der Hebamme, zu dem auch die Schwangerenvorsorge sowie Geburtsvorbereitungskurse gehören. Hauptaufgabe ist aber die Geburtshilfe. Eine Hebamme leitet die Geburt mit dem Einsetzen der Wehen ohne Arzt und muss entscheiden, ob ein medizinisches Eingreifen nötig ist. Auch bei einem Kaiserschnitt ist immer eine Hebamme dabei. Nach der Geburt stehen die Hebammen den Familien zur Verfügung und machen Hausbesuche. Hebamme ist ein sehr schöner Beruf aber auch ein sehr anstrengender mit großer Verantwortung.

Zum Abschluss sagte uns Frau Coniglio: „Selbst nach 30 Jahren Hebammentätigkeit kommen mir immer noch Tränen in die Augen, wenn ich das Familienglück sehe“. Mit diesem so beeindruckenden Satz war die äußerst interessante Führung durch den Kreißsaal beendet und wir bedanken uns recht herzlich bei Frau Coniglio.