Der folgenschwere Verkehrsunfall, bei dem am 1. August spät abends ein Radfahrer von einem Raser auf der Olgastraße schwer verletzt wurde, hat Polizei und Verwaltung aufgeschreckt. Ein sichtbares Zeichen der Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung auf dem Altstadtring ist eine stationäre Geschwindigkeitsanlage, die am Montag vor der Einmündung der Platzgasse installiert wurde. Dies ist ein Teil eines ganzen Bündels an Maßnahmen, mit denen die Raser ausgebremst werden sollen. Beschlossen ist auf der Olgastraße auch die Einführung von Tempo 30 in den Nachtstunden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr morgens. Obendrein wurde der Betrieb der Verkehrsampeln ausgeweitet, die künftig erst um 1 Uhr statt wie bisher um 23 Uhr abschalten. Der Zeitpunkt der Umstellung ist noch unklar. Damit nicht genug, hat der Gemeinderat Polizei und Stadt beauftragt, zusätzlich Tempomessungen durchzuführen. Die Ermittlungen zu dem schweren Verkehrsunfall am 1. August sind nach Auskunft der Staatsanwaltschaft noch nicht abgeschlossen. Damals war ein 46-jähriger Mann schwer verletzt worden.

Ein Kommentar von Hans-Uli Mayer: Die Kombination macht´s

Die Mühlen mahlen herzlich langsam. Und zwar die der Stadtverwaltung wie die der Staatsanwaltschaft gleichermaßen. Der Aufschrei nach dem erneuten schweren Unfall wegen nächtlicher Raserei auf der Olgastraße war nach dem 1. August groß. Erst am Monatg, fünf Monate später, wurde als erste der beschlossenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung eine Geschwindigkeitsmessanlage aufgestellt – Tempolimit und verlängerte Ampelzeiten lassen immer noch auf sich warten.

Da passt ins Bild, dass auch die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen noch nicht abgeschlossen hat. Dabei hat im August ein junger Mann mit nach bisherigen Erkenntnissen deutlich überhöhter Geschwindigkeit einen Mann fast tot gefahren. Ob das juristische Konsequenzen für den Unfallfahrer haben wird, vor allem welche und wann diese gezogen werden, ist aber noch immer unklar.

Die Arbeitsbelastung in den Behörden ist groß, die Personaldecke wird dagegen immer dünner. Dennoch, es gibt Fälle, die vor allem wegen ihrer großen öffentlichen Wirkung eine so lange Verfahrensdauer nicht dulden. Gerade was die gefährliche Raserei mit Verfolgungsfahrten auf dem Altstadtring anbelangt, braucht es schnell klare Zeichen.

Ohne Kontrollen und Beschränkungen geht es nicht. Es braucht jetzt aber schnell ein Zeichen der Justiz an die Raser-Szene, die gerne Gummi gibt und das Nachdenken vergisst. Die Kombination macht’s.