Illertissen Startrompeter Gábor Boldoczki in Illertissen

Illertissen / GOTTFRIED LOTHA 25.11.2014
Das letzte Konzert der Reihe Kultur im Schloss Illertissen in diesem Jahr fand in der Kirche des Illertisser Kollegs der Schulbrüder statt, in der das Franz-Liszt-Kammerorchester zusammen mit dem ungarischen Trompetenstar Gábor Boldoczki spielte.

Neben dem Cembalisten waren es 16 Musiker, die jeder für sich so virtuos auf ihren Streichinstrumenten spielten, dass es eine wahre Freude war. Beim 4. Concerto grosso op. 6 von Arcangelo Corelli bewies das ungarische Kammerorchester, dass es zu den führenden Klangkörpern seiner Art zählt. Mit strahlendem Streicherglanz war keine Hürde der Komposition zu hoch, um nicht meisterlich überwunden zu werden, und ließ schon im Auftaktwerk die Zuhörer in barockem Glanz selig schwelgen.

Auch bei "Introduzione, Aria e Presto" von Benedetto Marcello mit dem rasanten Schlussteil gleich einem Perpetuum mobile, den "Antiche Danze" von Ottorino Respighi, in denen er im Stile alter Meister schrieb, und bei Rossinis Streichersonate Nr. 1, dem modernsten Werk des Konzerts, brillierten die Musiker des renommierten Ensembles. Konzertmeister Péter Tfirst glänzte immer wieder durch seine Soli meisterlich.

Dazwischen trat Gábor Boldoczki mit seinen Trompeten auf, denen er magische Töne entlockte. Frei von jeglicher Anstrengung spielte der international ausgezeichnete Musiker endlose Läufe mit gestochen scharfen Tönen, sorgte er für wunderbares Belcanto-Spiel durch minimale musikantische Temporückungen, lud er mit samtenen Melodien zum Träumen ein, und ließ er bei aller spielerischen Brillanz und makelloser Tongebung doch immer einen verschmitzten Schalk durchblitzen.

Die Werke von Vivaldi und Torelli erklangen dank seines Spiels in ungewohnter Frische. Und nur nach zwei Zugaben von Telemann und Vivaldi wurden die ungarischen Künstler vom Konzertpodium gelassen.

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