Gründer aus der Region Starter-Center der IHK: 800 Beratungen im Jahr

Ulm / Julia Kling 14.04.2018

„Weg von der reinen Wissensvermittlung, hin zur Innovation.“ So beschreibt Artur Nägele die Arbeit des Starter-Centers der IHK Ulm in der Vergangenheit. 14 Jahre lang war Nägele als Leiter des Centers erster Ansprechpartner für Gründer aus der Region. Anfang April übergab er nun an seinen Nachfolger Michael Reichert. „Um die Jahrtausendwende war Gründung ein ganz wichtiges Thema“, blickte Hauptgeschäftsführer Otto Sälzle gestern auf die Anfänge des Centers zurück. Damals habe die IHK extra ein Fax eingerichtet, mit dem Gründer nach einer zweistündigen Beratung in der Kammer gleich ihre Unterlagen an die Stadt weiterleiten konnten.

„Die One-Step-Agency hat sich aber nicht durchgesetzt“, erklärte Sälzle. Der Beratungs- und Planungsbedarf sei meistens doch um einiges größer und benötige mehr Zeit. Die Gründer hätten meist gute Ideen, „aber am Handwerkszeug fehlt es häufig“. Und genau dafür sei das Starter-Center da. Im Laufe der Zeit habe sich zudem herausgestellt, dass die Gründer gerade in der Nachgründungsphase Unterstützung benötigen, sagte Nägele „Vor allem das Marketing ist häufig ein Problem.“

Nachdem die Gründungszahlen in der Region nach dem Ich-AG-Boom 2003 von 2012 an rückläufig waren, belebe nun die Startup-Szene den Gründerbereich wieder. „Er war davor einige Zeit im Dornröschenschlaf“, sagte Nägele. Das habe auch an der anhaltend guten Arbeitsmarktsituation in der Region gelegen, ist Sälzle überzeugt. „Die Hochschulabsolventen scheuen das Risiko der Selbstständigkeit, wenn sie einen sicheren Job haben können.“

Zudem fehle ein außeruniversitäres Forschungsinstitut. „Das ist ein strategischer Nachteil für den Gründungsstandort, gerade im Hightech-Bereich.“

Der Impuls, der von den neuen Startup-Gründern ausgeht, motiviert auch die Mitarbeiter des IHK-Starter-Centers. „Die treffen Entscheidungen und dann machen sie was“, berichtet Nägele. Für die Gründer verstehen sich Nägeles Nachfolger Michael Reichert und seine Kollegen als eine Art kritischer Sparringspartner, der die Ideen und Konzepte auch kritisch hinterfragt. „Dafür sind wir da.“

Neben jährlich rund 800 Beratungen bietet das Center inzwischen auch Schulungen an und bringt etwa mit der Schülerfirma bereits Jugendlichen das Gründerthema näher.

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