Jobs Starker Arbeitsmarkt im Winter

04.01.2018
In Ulm geht die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung im Dezember sogar noch leicht zurück. Es gibt mehr freie Stellen: in Branchen wie Metall, Logistik, Gastro.

Zum Jahresende präsentiert sich der regionale Arbeitsmarkt nach wie vor in guter Verfassung. Saisonal nimmt die Arbeitslosigkeit im Dezember eigentlich eher zu. In Ulm ist die Zahl der Menschen ohne Beschäftigung jedoch nochmal um elf auf 7360 gesunken. Dazu der neue Chef der Arbeitsagentur, Mathias Auch: „Das spricht für einen weiterhin guten und stabilen Arbeitsmarkt.“ Die Arbeitslosenquote bleibt bei niedrigen 2,5 Prozent. Ende 2016 lag die Quote noch bei 3,0 Prozent, mit 8630 arbeitslosen Männern und Frauen. Für 2017 aber galt aus Sicht Auchs: „Die Ausläufer des Herbstaufschwungs haben bis in den Dezember hineingereicht.“

Zum guten Arbeitsmarkt gehört auch ein hohes Angebot an freien Stellen, insgesamt sind es 5930 offene Arbeitsplätze und somit 700 mehr als im Vorjahr. Zuletzt meldeten die Arbeitgeber nochmal 1680 vakante Stellen. Die regionalen Unternehmen suchen über die Arbeitsagentur verstärkt Fachkräfte auf den Feldern Metall, Mechatronik und Elektro, aber auch in der Logistik. Dazu gehören Berufskraftfahrer. Wie aus dem Monatsbericht für Dezember hervorgeht, besteht außerdem ein großer Bedarf an Verkäufern, Fachkräften für Hotellerie und Gastronomie sowie Altenpflegern. Die IT-Branche sucht vor allem neue Mitarbeiter auf Experten-Niveau: wie Informatiker und Software-Entwickler.

Die Großstadt holt auf

Die starke Wirtschaft sorgt nicht für niedrige Arbeitslosenzahlen im eher ländlichen Umfeld – Quote in Biberach 2,1 Prozent, im Alb-Donau-Kreis 2,3 Prozent –, sondern auch in der Großstadt Ulm. Bei der Arbeitsagentur weist Mathias Auch extra darauf hin, dass die Arbeitslosenquote im Stadtgebiet mit 3,3 Prozent „nur noch hauchdünn über dem Landesschnitt“ liegt. Die Arbeitslosigkeit ging vor allem bei Jüngeren unter 25 Jahren zurück: um 70 auf 780. Bei Langzeitarbeitslosen betrug der Rückgang ebenfalls 70, auf 1860. Bei Ausländern – mit Flüchtlingen – gab es einen leichten Rückgang um zehn auf 2590.

Neu-Ulm zählt zur Agentur Donauwörth, die trotz geringfügig höherer Arbeitslosigkeit mit einer Quote von 2,0 Prozent glänzt. In Stadt und Kreis Neu-Ulm lag die Quote im Dezember bei 2,1 Prozent, mit 2063 Arbeitslosen. Das waren zwei mehr als im November. Agenturchef Richard Paul spricht in diesem Kontext sogar von einer „spitzenmäßigen“ Arbeitslosenquote: „Damit haben wir im Dezember 2017 wieder einen Rekord zu vermelden. So niedrig war die Arbeitslosigkeit im Dezember seit mindestens 30 Jahren nicht.“

Gleichzeitig gibt es 1721 freie Stellen, 60 mehr als im Vormonat. Neu wurden im Dezember nunmehr 414 Jobs gemeldet. Die Wirtschaft sucht Fachkräfte und Helfer in vielerlei Branchen: Metall, Mechatronik, Maschinenbau, Elektrik und Kunststoff, aber auch Möbel- und Innenausbau. Gesucht sind außerdem Bäcker und Köche, Installateure, Zusteller, Speditionskaufleute und Fahrer für den Güterverkehr, wie in Ulm Altenpfleger, außerdem Physiotherapeuten und Friseure.