„Das filigrane Tragwerk ist ein klassischer Entwurf“, lautet die Begründung der Jury beim Gestaltungswettbewerb für den Ulmer Bahnhofsvorplatz. Gewonnen hat ihn der Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft Hullak und Rannow Architekten Ulm mit Hummert Architekten Dortmund. Wie kam diese Zusammenarbeit überhaupt zustande?

„Wir kennen uns aus Studienzeiten, und sie haben schon viel Überdachungen gemacht“, berichtet Jens Rannow. Als der Wettbewerb ausgeschrieben wurde, haben sich die beiden Ulmer Ortskenner den Sachverstand aus Dortmund mit ins Boot geholt. „Ruckizucki war das geschwätzt.“

Rannow ist der Architekt, der aktuell das neue Gemeindehaus der Lukaskirche baut. Die 1957 am Eselsberg entstandene Kirche hat ein charakteristisches Wellendach. Hat selbiges Pate gestanden für die geschwungene Linie des Haltestellendachs am Bahnhof? „Nein – aber das ist ein spannender Zusammenhang, den ich eigentlich hätte wahrnehmen müssen“, wundert sich Rannow, angesprochen auf die Ähnlichkeit. Für die geschwungene Überdachung vor dem Bahnhof führt er technische Gründe an: „Wir wollten eine filigrane Konstruktion, die ganz viele Funktionalitäten beinhaltet wie Wasserführung und Fahrdrähte. Die Seiten haben wir runtergezogen, damit sie einen guten Wetterschutz bieten.“