Stadtwerke Stadtwerke treiben zwei große Kraftwerksprojekte voran

HANS-ULI THIERER 14.12.2013
Neues Jahr, neue Hoffnung? Nachdem zwischendurch unklar war, ob zwei Großkraftwerksvorhaben weiterverfolgt werden, jetzt ein klares Signal der Stadtwerke (SWU): Sie gründen Projektgesellschaften.

Wird, sofern sie zustande kommt, eine große Koalition die Bedingungen am Strommarkt so verändern, dass sich Investitionen in herkömmliche Kraftwerkstechnik und damit in Versorgungssicherheit wieder lohnen? Kommunen mit eigenen Stadtwerken, die wie die SWU darauf gesetzt haben und weiter setzen wollen, verfolgen die Berliner Entwicklungen gespannt.

Das wurde im Hauptausschuss des Ulmer Gemeinderats deutlich. Er hat, wie kurz berichtet, gegen zweifelnde Stimmen aus der CDU und auch des FWG-Stadtrats Timo Ried beschlossen, Projektentwicklungsgesellschaften für zwei Kraftwerksvorhaben zu gründen. Und zwar für ein seit 1999 verfolgtes Pumpspeicherkraftwerk im Blautal, das 80 bis 100 Millionen Euro kosten wird; und für ein zehnmal teureres, also bis zu einer Milliarde schweres Gaskraftwerk in Leipheim, das Ersatz werden könnte für das Atomkraftwerk Gundremmingen. Dessen zwei Blöcke werden 2017 und 2022 abgeschaltet.

OB Ivo Gönner und Kämmerer Gunter Czisch sagten, solche Gesellschaften seien Voraussetzung, um Partner ins Boot holen und mit Volldampf voraus weiter planen zu können. Unabhängig von der aktuellen Finanzschwäche der SWU seien die Investitionsdimensionen nicht im SWU-Alleingang zu stemmen.

Die Ratsfraktionen teilen die Einschätzung, dass beide Projekte zukunftsträchtig sind. Das machten die Wortbeiträge Bruno Waidmanns, FWG ("Das Speicherkraftwerk muss sein, regenerative Energie ohne Speicherkapazität ist nicht nutzbar"), Martin Rivoirs, SPD, und Michael Joukovs, Grüne, deutlich.

Die CDU widersprach inhaltlich nicht, sieht aber aktuell keine Notwendigkeit für solche Gesellschaften. Fraktionschef Thomas Kienle plädierte vergeblich dafür, erst Risikoabschätzungen anzustellen und abzuwarten, wie der noch zu wählende Nachfolger des nach Kiel wechselnden SWU-Energie-Chefs Jürgen Schäffner die Lage beurteilt.

Acht Millionen