Die Bauzäune kommen weg, die für alle den Weg auf der Stadtmauer von der Herdbrücke zum Rosengarten versperrt hatten. „Von Montag an ist der Weg wieder offen“, sagt Boris Spegel vom Gebäudemanagement der Stadt. Die Stadtmauer war über ein Jahr lang gesperrt. Spegel spricht von Komplikationen, befragt danach, warum die Arbeiten so viel Zeit beansprucht haben am Bauwerk, das gerade mal 72 Meter lang ist.

Spegel ist der Bauleiter an der Stadtmauer, an der zunächst ein Kollege nur den Belag richten lassen wollte. Zuvor wollte Spegel das Innere prüfen und sehen, wie es um den Schmutzwasserkanal bestellt ist, der Abwasser aus dem Fischerviertel abführt. „Nur gut, dass ich eingestiegen bin“, sagt Spegel. Nach einem ersten Blick stand für ihn fest: „Hier läuft niemand mehr.“ Teile der  Decke hatten sich im Inneren abgelöst.

Vieles kam zusammen, was Zeit kostete

Die Sanierung (vorläufige Kosten: 100.000 Euro) war alles andere als einfach. Die alte Decke musste „Stück für Stück in Handarbeit ausgebaut“, die neue Decke Stück für Stück aufgebracht werden. Die Ebu schickte Kameras durch den Abwasserkanal. Mitarbeiter der Denkmalschutzbehörde wollten die Mauer in Augenschein nehmen, übrigens laut Spegel ein Bauwerk aus dem Jahr 1931, das die ursprüngliche Stadtmauer aus dem 11. Jahrhundert umschließt. Alles Dinge, die Zeit kosten, zählt Spegel auf.

Mittlerweile sind die Klinkersteine als oberster Belag verlegt und von Montag an ist die Mauer für alle wieder begehbar. Für Spegel ist das an allem „die schönste Nachricht“.