Konzert Stadtkapelle begeistert zum Auftakt der Aktion 100 000

Begeisterte das Publikum in der Pauluskirche: die Stadtkapelle Ulm.
Begeisterte das Publikum in der Pauluskirche: die Stadtkapelle Ulm. © Foto: Martina Dach
Ulm / Gottfried Lothar 20.11.2017
Von „Peter und der Wolf“ bis zum Säbeltanz: Die Stadtkapelle Ulm eröffnet wohlklingend die Aktion 100 000 mit einem russischen Programm.

Zum vierten Mal eröffnete die Stadtkapelle Ulm mit einem festlichen Konzert in der nahezu ausverkauften Pauluskirche die Aktion 100 000 und Ulmer helft. Das sinfonische Blasorchester des Musikvereins Söflingen hatte unter dem Titel „From Russia with Love“ ein Programm zusammengestellt, das sich ausschließlich mit Werken russischer Komponisten beschäftigte, mit wunderbaren wenig bekannten Stücken und einer schönen Neufassung von „Peter und der Wolf“.

Schon beim ersten Programmpunkt zeigte das Orchester, das es zurecht zu den besten Ensembles seiner Art zählt. Fanfaren flogen den Zuhörern nur so um die Ohren, waren aber jederzeit von knackiger Akkuratesse, so dass der „Marsch der Ritter“ aus der Balletsuite „Mlada“ von Nicolai Rimski-Korsakov seinem Titel alle Ehre machte.

Alles mühelos gemeistert

Der Komponist Dimitri Kabalevsky ist hierzulande kaum bekannt, was die Wiedergabe der Ouvertüre zur Oper „Colas Breugnon“ ändern könnte. Mit wunderbar wechselnden Klangfarben, kniffligen Synkopen und Klängen vom gestopften Blech könnte durch diese Interpretation das Interesse deutlich zunehmen.

Zwei Werke von Peter Tschaikowski zeigten beeindruckend, wie gut die Register dieses Orchesters besetzt sind und wie mühelos sie alles zu meistern wissen. Das „Andante Cantabile“ aus dem Streichquartett Nr. 1 modellierte Dirigent Franco Hänle nur mit den Händen und gelang mit entrückter Zartheit. Und bei der Polonaise aus der Oper „Eugen Onegin“ ließ im Mittelteil ein wunderbar samtener Klang aufhorchen, der von den Holzbläsern gezaubert wurde.

Zuvor konnte Katrin Schreck mit Rimski-Korsakovs Variationen über Thema von Michael Glinka ihr kantables Können als Solistin unter Beweis stellen. Mit nuancenreichen Farben spielte sie dieses reizende Werk auf der Oboe und bedankte sich mit „Pan“, der ersten von Sechs Metamorphosen nach Ovid von Benjamin Britten.

„Peter und der Wolf“ ist wohl die bekannteste und beliebteste Komposition von Sergei Prokofiev. Und wenn sie so dargeboten wird, wie es die Stadtkapelle Ulm unter Franco Hänle kann, versteht man das nur zu gut. Jedes Motiv und jeder Erzählstrang ließen das Geschehen lebendig vor Augen erscheinen und erklangen so schön, dass wie schon am ganzen Abend zuvor die Streicher eines Sinfonieorchesters nie zu fehlen schienen. Sprecher Jo Jung hatte den bekannten Text, den er mit viel Spaß und feinen Nuancierungen gestaltete, etwas aufgebügelt und in eine teils flapsige Jugendsprache übertragen.

Mit dem furiosen Säbeltanz aus Aram Khatschaturjans Gayaneh-­Ballett und einer Polka Italienne von Sergei Rachmaninoff bedankte sich die Stadtkapelle beim begeisterten Publikum.

Aktions-Konzerte in der Pauluskirche

Benefiz Kommende große Konzerte der Aktion 100 000 und Ulmer helft in der Pauluskirche:
25.11., 20 Uhr: Bläserphilharmonie der Stadt Blaustein
17.12., 14 und 17 Uhr: Weihnachtskonzert von Ulmer Spatzenchor und Junger Bläserphilharmonie
23.12., 20 Uhr: Christmas Night mit Joo Kraus, Dieter Kraus, Andreas Gräsle & Vanessa Porter
26. und 27.12., je 20 Uhr: Siyou Gospel Projekt & Special Guests

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