Neu-Ulm Stadt und Bürger streiten weiter um B10-Ausbau

Neu-Ulm / ALEXANDER KERN 25.02.2016
Kommt nach der ausgebauten B 10 auch eine Umgehungsstraße? Ein Dialog zum Thema sollte die Gemüter beruhigen – das Gegenteil wurde erreicht.

Gegen den Bauplan der Stadt für die Erweiterung der B 10 wehrt sich die Bürgerinitiative Pfuhler Ried schon lange. Eine im Jahre 2003 geplante Umgehungsstraße zwischen Ludwigsfeld und Wiley bringt nun neuen Zündstoff. Obwohl der OB Gerold Noerenberg selbst die Gerüchte um die so genannte Südspange in dem Treffen dementierte, befürchtet die Initiative, dass diese zur Verkehrsentlastung der neuen B10 gebaut werden könnte. Mehr als 150 Bürger wollten sich daher die Diskussion zwischen Noerenberg und Initiativengründer Walter Zerb am Mittwoch im Ludwigsfelder Gemeindesaal anhören.

Die Stimmung war von Beginn an hitzig. Zerb äußerte in einer Präsentation seine Bedenken zum städtischen Bauplan für die B 10: „Der Bürgermeister sollte sich um die Bürgerinteressen kümmern. Und wenn der großflächige Ausbau stattfindet, wird die Südspange unumgänglich.“ Noerenberg, der in der ersten Reihe saß, war sichtlich erbost. Zerb verwies als Kompromiss auf einen kleineren B 10-Ausbau. Auch Bernd Kurus-Nägele vom „Bund Naturschutz in Bayern“ sprach sich für diesen Kompromiss aus. Durch den aktuellen Plan der Stadt seien seltene Tierarten gefährdet – dies könne man nicht hinnehmen. Er appellierte daher an die Bürger, die vorbereitete Klage gegen den städtischen Bauplan finanziell zu unterstützen.

Nach diesen Äußerungen stand Noerenberg auf und griff sich das Mikrofon. „Das alles hier ist bloße Panikmache“, machte er deutlich. Die Südspange sei nicht die Folge des Ausbaus der B 10. „Sie beunruhigen die Leute, Herr Zerb!“ Es wurde immer klarer: Die Diskussion hatte ein Grundproblem. Die Parteien redeten aneinander vorbei. Die Bürgerinitiative befürchtet, dass die Südspange über kurz oder lang kommen wird. Noerenberg und seine Unterstützer im Stadtrat teilen diese Einschätzung nicht. Es kam deshalb zu keiner Einigung im Gespräch. Die Bürger mussten sich ihr eigenes Bild machen. Ein Landwirt aus Schwaighofen fand deutliche Worte: „ Erst baut man die Erweiterung der B 10 und dann die Umgehungsstraße. Ich traue den unklaren Äußerungen des Bürgermeisters nicht.“ Eines scheint jedoch sicher: Einigen sich die Parteien nicht, geht dieser Streit vor Gericht.

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